Was macht mich eigentlich aus? Wann fühle ich mich lebendig? Diese Fragen drängen sich Michel Malcin in seiner Therapie auf. 16 Jahre lang ist er evangelischer Pastor, bis ihn ein Burnout aus der Bahn wirft. In der Klinik wird ihm bewusst: Ich muss was ändern!
Er will nicht mehr länger fertige Antworten geben, sondern Fragen stellen, Neues entdecken, unterwegs sein. Nicht die großen Weltprobleme lösen, sondern im Kleinen Menschen glücklich machen. Er liest das Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky, in dem es um den Sinn des Lebens geht und ist tief berührt. So wächst der Wunsch, ein solches Café in echt zu erschaffen: einen Ort, an dem jeder willkommen ist und einfach sein kann – unabhängig davon, was er glaubt. Er kauft in Berlin einen Doppeldecker-Bus von 1959, bei dem anfangs kaum mehr funktioniert als der Motor und ein Blinker. Die Idee: dieses alte Schätzchen zu einem mobilen Café umzubauen. Haken an der Sache: Er hat kein Geld. Kein handwerkliches Know how. Keinen Busführerschein. Und Kaffee mag er eigentlich auch nicht. Doch Familie und Freunde greifen ihm unter die Arme.
Erst steht er mit seinem Doppellecker-Genuss-Bus auf Wochenmärkten, bis ein Freund die Schnapsidee hat, nach Santiago de Compostela zu fahren. Ohne feste Route – aber mit „Love.peace&coffee“ als Motto, das die Richtung weist. Doch nicht die Orte entlang dieser jahrhundertealten Pilgerroute machen den besonderen Reiz der Tour aus, sondern die Gäste des Café-Busses mit ihren Lebensgeschichten und Träumen. So wird der Doppellecker zu einem Mikrokosmos, der Orte, Kulturen und Biografien verbindet und seine Gäste inspiriert, auf ihr Herz zu hören und ihrer Sehnsucht Raum zu geben.
In diesem Sommer wird die Route des Doppellecker-Busses an Nord- und Ostsee entlang auch Richtung Berlin und Brandenburg führen. Vielleicht stolpern ja auch Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, über dieses außergewöhnliche Café und lassen sich von dessen Frage berühren: Was hast du vor mit deinem einzigartigen Leben?