10.01
2026
06:50
Uhr

Hygge

Wunsch nach Geborgenheit

Und der Segen Gottes bleibe alle Zeit bei dir, 
er sei unter deinen Füßen, er sei über dir. 

Das ist eines der ganz kurzen Sternsingerlieder. Und es verspricht Gottes Segen von oben und unten, von rechts und links, von innen und außen. Fast könnte man klaustrophobische Zustände kriegen. Überall Segen! 

Und doch ist das gar nicht so weit weg von den Bedürfnissen vieler – auch von denen, die mit Gott und Segen und all dem überhaupt nichts anfangen können. 

Können Sie sich erinnern an das wohlige Gefühl, wenn man als Kind nach dem Baden in so ein Handtuch mit Kapuze gekuschelt wurde, oder im Sommer im Schwimmbad? Da gab und gibt es solche Umhänge: bunt, oder mit der Lieblingsfigur bedruckt. Und natürlich mit Kapuze. Und Kuscheltaschen zum Hände Wärmen. 

Das gibt’s auch für Erwachsene! Mit oder ohne Hose, als langer Umhang oder Overall, als Hausanzug in allen Farben und Formen – aber immer flauschig, kuscheligMit Kapuze von oben, manchmal sogar mit Füßlingen von unten, auf jeden Fall aber drumherum und ganz ohne Klaustrophobie. Muggelig eben. Oder hygge, wie die Dänen sagen. Hygge bedeutet so viel wie sich wohl und geborgen zu fühlen. 

Diesen Wunsch nach Geborgenheit kann man also mit kuscheliger Kleidung erfüllen. Es geht aber auch anders. Das lateinische Wort „benedicere“ bedeutet auf deutsch segnen. Oder aber auch: Jemandem etwas Gutes zusagen. 

Wäre das nicht schön, wenn wir uns gegenseitig hyggelige Geborgenheit schenkten? Wenn wir uns Gutes wünschten – beim kleinen Schwatz im Supermarkt oder vor der Schule? Beim Tschüß-Sagen auf der Arbeit oder bei einem lange aufgeschobenen Telefonat? „Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende!“ und meine es auch so. „Du siehst gut aus. Man sieht dir an, dass es dir wieder besser geht.“ Das wirkt wie ein kuscheliges Badetuch, wie warme Socken oder sogar wie Segen. 

Lassen Sie es uns ausprobieren. Geben wir das Gute, Wärmende weiter. Sagen wir einander Gutes zu. 

Und bleiben Sie behütet!