Der 25. November ist ein besonderer Tag. Es ist der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen. Das ist ein hartes und schlimmes Thema. Denn jede dritte Frau in der EU hat schon Gewalt erlebt! Sie kann ganz unterschiedlich aussehen: von körperlicher und sexueller bis zur psychischen Gewalt und Gewalt im Netz. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für das Thema sehr gewachsen. Das ist gut so. Es gibt diverse Hilfsangebote – allerdings nicht überall. Und auch heute finden viele Frauen nicht rechtzeitig Hilfe oder die Gewalt bleibt im Verborgenen.
Gewalt gegen Frauen beginnt schon im Kleinen. Wenn Frauen mit Sprüchen, Blicken oder sexistischen Bemerkungen überhäuft werden. Wenn sie sich rechtfertigen müssen oder beweisen müssen, anders als Männer. Ich bin froh, dass es immer mehr Frauen und Männer gibt, die sich gegen Gewalt gegenüber Frauen engagieren. Frauen müssen spüren, dass sie nicht allein sind. Deshalb ist es entscheidend, Kolleginnen oder Freundinnen zur Seite zur stehen, wenn sie von ihren Partnern oder Arbeitskollegen vorgeführt werden. Kontra geben, ansprechen, konfrontieren! Es gibt Möglichkeiten ersten Anzeichen von verbaler Gewalt oder Diskriminierung entgegenzuwirken.
Und der Einsatz gegen Gewalt beginnt schon bei Kindern. Sie zu stärken, dass sie ihre eigenen Gefühle ausdrücken und Nein sagen können, ist ein erster Schritt. Und das Wichtigste ist, dass Kinder und Jugendliche früh lernen, dass es Hilfe gibt. Hilfe zu holen ist ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche.
Gewalt vorzubeugen kann jeder von uns. Es beginnt mit der Achtsamkeit für den anderen. Wo begegne ich meinen Mitmenschen respektvoll, wo erfahre ich Respekt? Habe ich einen Blick für meine Kollegin oder Nachbarin, was sie vielleicht bewegt oder warum sie auf einmal so stumm ist? Gewalt kann auch ein Thema sein, weil Menschen überlastet sind; etwa in der Pflege ihrer Angehörigen oder aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit oder finanziellen Sorgen.
Sicher. Keiner von uns kann einfach Gewaltspiralen durchbrechen. Aber wir können vieles dafür tun, dass Gewalt nicht einfach ihren Raum greift. Das macht uns alle stark und beugt Gewalt vor.