26.11
2025
06:50
Uhr

Meine Lieblingskollegen auf der Straße

Warum wir ohne unsere stillen Helden im Chaos versinken.

Ein Beitrag von Ulrike Kostka

Manchmal stehen sie im Weg – die Müllautos der Stadtreinigung. Sie verursachen Staus und sind laut. Aber ich finde, wenn die Stadtreinigung da war, hat man ein bisschen das Gefühl, die Welt ist wieder in Ordnung. Die Straßen sind gereinigt, der Müll ist für einen Moment weg und es ist wieder Platz in der Tonne. 

Ob in Brandenburg oder in Berlin – oft haben die Kollegen, und manchmal auch Kolleginnen, einen flotten Spruch auf den Lippen oder winken auch schon mal freundlich. Auf ihren Fahrzeugen: geniale Werbesprüche! Kollegen werden immer gesucht. Manch einer denkt vielleicht, der arbeitet bei der Müllabfuhr und meint es abwertend. Schnell gesagt! Denn wenn die Müllabfuhr aus irgendeinem Grund mal nicht kommen kann, merkt man erst, wie wichtig sie ist.

Ich freue mich jeden Morgen über die orangen Autos und die Kolleginnen und Kollegen von der Müllabfuhr. Genauso so gerne fahre ich morgens um 7 Uhr zum Recylinghof. Kann ich nur empfehlen. Wenig los und oft eine besondere Stimmung. Müllwerker gehören zu den sogenannten stillen Helden. Sie machen einfach ihre Arbeit. Das kann auch das Zugbegleitpersonal sein, die Putztruppe, die das Büro sauber macht oder die Busfahrerin. Nicht umsonst sind solche Berufe oft unheimlich faszinierend für Kinder. Viele von uns wollten als Kinder Bauarbeiter, Baggerführer oder Flugbegleiterin werden. Und oft merken wir erst beim Streik, dass es ohne diese stillen Helden nicht geht und unsere Welt ganz schnell im Chaos versinkt. 

Doch im Alltag erleben diese stillen Helden oft nicht viel Anerkennung. Es kann auch die Kitafachkraft sein oder der Pflegeexperte. Sie werden für selbstverständlich genommen. Interessant finde ich, dass in der Bibel solche stillen Helden oft die ganz Großen waren. Ob der Zöllner oder die Witwe mit der Kupfermünze. Jesus hat sie ernst genommen. Sie wurden zu Vorbildern des Glaubens. Reiche und Menschen aus der Oberschicht kamen bei Jesus eindeutig schlechter weg. 

Gerade jetzt in der kommenden Adventszeit ist es eine gute Gelegenheit, unseren stillen Helden Danke zu sagen und Respekt zu zollen. Deshalb: Danke an Euch, meine Lieblingskollegen auf der Straße!