Eine Person liegt mit dem Rücken auf einem Bett, das Gesicht verborgen. Ihr Arm ist nach hinten gestreckt und greift nach den Haaren. Sanftes Licht fällt von einer Wand auf die Bettdecke, wodurch eine ruhige und entspannende Atmosphäre entsteht.
25.08
2026
06:50
Uhr

Lobet den Herren

Ein Beitrag von Juliane Rumpel
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 24. – 30. August Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Eine Silhouette einer Person, die vor einem nebligen Gewässer kniet. Die Sonne scheint schwach hinter der Person und reflektiert im Wasser. Umgeben von Bäumen und Gras, vermittelt die Szene eine ruhige und nachdenkliche Atmosphäre.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Dankbarkeit

Juliane Rumpel
Eine Frau mit langen, dunklen Haaren steht im Freien, blickt nach oben und hat einen friedlichen Ausdruck. Ihre Hände sind in einer betenden Geste vor der Brust. Im Hintergrund sind verschwommene, grüne Pflanzen zu sehen, die eine natürliche Umgebung schaffen.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Challenge

Juliane Rumpel
Ein älterer Mann mit grauem Bart und traurigem Ausdruck lehnt an einem Balkon und blickt nach unten. Der Balkon ist mit bunten Blumen in Töpfen dekoriert, während einige Baugerüste im Hintergrund sichtbar sind.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Balkondialog

Juliane Rumpel

Was tun Sie nach dem Aufwachen? Gleich Beten? Vermutlich nicht. Die meisten von uns sind froh, wenn erst einmal der Kreislauf in Schwung kommt. Gotteslob am frühen Morgen fällt da nicht gerade leicht. Wofür sollte ich auch zu so früher Stunde schon dankbar sein?

Einem Kollegen von mir aus dem 17. Jahrhundert fiel da so einiges ein. Paul Gerhardt. Der Theologe und Liederdichter war offenbar ein Frühaufsteher. Zumindest sind einige Morgenlieder von ihm überliefert.

In dem Lied „Lobet den Herren“ hat Paul Gerhardt Ideen wofür man gleich nach dem Aufwachen Danke sagen kann.

Wenn ich nach dem Nachtschlaf meine Augen wieder öffne, wenn die ersten Sonnenstrahlen meine Nase kitzeln und wenn der erste tiefe Atemzug getan ist, passt die 3. Strophe seines Liedes tatsächlich ganz gut:

Dass unsre Sinnen / wir noch brauchen können

und Händ und Füße, Zung und Lippen regen,

das haben wir zu danken seinem Segen. / Lobet den Herren!

 

Ja, ist doch auch wirklich großartig, dass nach dem Aufwachen alles an mir noch so funktioniert, wie vor dem Einschlafen. Paul Gerhardt wird in Strophe 4 noch konkreter: Lobet den Herren dafür…

…dass Feuerflammen / uns nicht allzusammen

mit unsern Häusern unversehns gefressen,

das macht's, dass wir in seinem Schoß gesessen.

Wahrlich, dass mein Haus nachts nicht abgebrannt ist, ein guter Grund für Dankbarkeit.

Und dann setzt Paul Gerhardt mit Strophe 5 noch einen drauf und ich staune, dass ich nicht selbst drauf kam, wofür man an einem friedlichen Sommermorgen mitten in Berlin oder am Rande von Brandenburg dankbar sein kann – auch direkt nach dem Aufwachen:

Lobet den Herren, dafür…

…dass Dieb und Räuber / unser Gut und Leiber

nicht angetast' und grausamlich verletzet,

dawider hat sein Engel sich gesetzet.

 

Mögen jene Engel, die nachts an unsern Betten sich dem Bösen widersetzten, auch an diesem neuen Tag an unserer Seite sein.