Wenn der Tag sich neigt, verändert sich mein inneres Licht. Es wird wärmer, weicher, stiller. Das Feierabendlicht legt sich wie ein milder Schleier über vieles vom Tag, das anstrengend war. Vielleicht ist das ein Bild für Gottes Blick auf uns. Einer, der nicht hart urteilt, sondern sanft betrachtet. Am Ende eines Tages wissen wir: Nicht alles ist gelungen. Vielleicht waren wir zu hastig, zu streng, zu ungeduldig. Vielleicht haben wir Chancen verpasst. Doch Gott zählt nicht Fehler wie Punkte auf einer Liste. Er sieht unser Bemühen. Unsere Müdigkeit. Unser Herz. Der Abend lädt ein, loszulassen. Die Last des Tages abzugeben. Vielleicht zünden Sie eine Kerze an oder öffnen kurz das Fenster und atmen die kühle Luft ein. Ein Zeichen: Ich darf zur Ruhe kommen. Gott bleibt wach über mir. Sein Licht scheint auch in meine Unvollkommenheit – freundlich und treu.
Das Feierabendlicht
Abendlicht und Treue – Gottes sanfte Sicht
Ein Beitrag von
Sebastian Schwertfeger