In der Schlange im Supermarkt stehen wir oft dicht nebeneinander – und doch innerlich getrennt. Einkaufswagen rollen, jemand schaut aufs Handy, ein Kind wird unruhig. Es sind flüchtige Begegnungen. Und doch trägt jede und jeder eine eigene Geschichte mit sich. Sorgen um die Zukunft. Dankbarkeit für einen guten Befund. Einsamkeit. Vorfreude. Wir sehen nur die Oberfläche. Da passiert es leicht, dass auch ich einen genervten Blick habe und ungeduldig seufze. Gott aber sieht tiefer. Er kennt die Gedanken, die niemand ausspricht. Vielleicht verändert dieser Gedanke unseren Blick: Der Mensch vor mir ist mehr als dieser Moment. Mehr als ein Verhalten. Ein geliebtes Kind Gottes. Und ich bin es auch. Wenn wir diesen Gedanken mitnehmen in diesen Abend, wächst vielleicht etwas in uns: mehr Geduld, mehr Nachsicht, mehr Frieden. Die Welt wird dadurch nicht sofort anders. Aber unser Herz vielleicht ein wenig weiter. Und genau dort beginnt Segen – mitten im Alltag, zwischen Kasse und Ausgang.
Die Einkaufsschlange
Geduld im Alltag – Gottes Blick sieht mehr
Ein Beitrag von
Sebastian Schwertfeger