Heute saß ich zu Hause und hing Erinnerungen nach. Vor Kurzem weilte ich zweimal in alten Städten, in denen es einiges zu Schauen gab. Ich dachte an die vielen Türme, die ich gesehen hatte: Schlosstürme, Rathaustürme, Kirchtürme, Wassertürme. Sie alle hatten mich verführt, nach oben zu blicken und jedes Mal war es so gewesen, dass ich dabei noch etwas anderes entdeckt hatte. Einmal waren es Vögel, steinerne Figuren, die Streifen der Flugzeuge, ein andermal die Sonne, Rauch, Wolkengebilde oder hohe Baumwipfel, sogar einen Heißluftballon sah ich. Ich hatte mich leicht dabei gefühlt, war ganz in der Gegenwart und die ungewollt mitgenommenen Gedanken-Knäule lösten sich zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes „in Luft“ auf. Es hatte etwas Erleichterndes und Befreiendes, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und es lässt sich ganz leicht praktizieren. Schlafen Sie gut.
Der Blick nach oben
Türme, Himmel und die Befreiung der Gedanken
Ein Beitrag von
Christiane Voigt-Rensch