1978 wurde der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. In ihrer Rede erwähnte sie, dass wir alle Verhaltensnormen brauchen und sowohl die Kinder vor ihren Eltern, als auch die Eltern vor ihren Kindern liebevolle Achtung haben sollten. 1978 verlangten aber viele noch nach einer härteren Erziehung. Deshalb erzählte sie von einer Mutter, die meinte, ihr Sohn müsse eine Tracht Prügel für eine Tat erhalten und schickte ihn in den Garten, um selber nach einem Stock zu suchen. Weinend kam er zurück und sagte: „Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen“. Da weinte auch die Mutter, weil sie begriff, dass ihr Sohn dachte, sie wolle ihm wirklich wehtun. Sie nahm ihn in die Arme und legte den Stein als Mahnung auf ein Bord in die Küche mit einem Versprechen, das sie sich selbst gab: Niemals Gewalt. Astrid Lindgren nannte dies einen winzigen Beitrag zum Frieden in der Welt. Haben Sie eine ruhige Nacht.
Zitat: Astrid Lindgren, „Niemals Gewalt“, Verlag Friedrich Oetinger GmbH, Poppenbütteler Chaussee 53, 22397 Hamburg, 2017