Zwei Personen halten leuchtende Kerzen in den Händen. Im Hintergrund sind verschwommene Lichter zu sehen, die eine besinnliche Atmosphäre schaffen. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Feierlichkeit. Zwei Personen halten leuchtende Kerzen in den Händen. Im Hintergrund sind verschwommene Lichter zu sehen, die eine besinnliche Atmosphäre schaffen. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Feierlichkeit.
Zwei Personen halten leuchtende Kerzen in den Händen. Im Hintergrund sind verschwommene Lichter zu sehen, die eine besinnliche Atmosphäre schaffen. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Feierlichkeit.
13.11
2025
21:58
Uhr

Frieden

Ein Beitrag von Merle Remler

Manchmal erscheint mir der Gedanke an Frieden unerträglich. Unerträglich, weil er so radikal anders ist, als das, was wir kennen. Weil er alles auf den Kopf stellen würde. Nicht, weil er zerstört, sondern weil er das stört, was wir gewohnt sind. Frieden stört. Er stört in den Fragen nach Macht und Unterdrückung, nach „besser als“ und Sündenbock. 

„Wer hat angefangen?“, warum stellen wir diese Frage so unermüdlich und trauen uns so selten zu fragen: „Wer hört auf?“ Oder noch mutiger: „Ich höre auf“. Wie der Spatz in dem wunderbaren Kinderbuch „mutig, mutig“. Da machen die Tiere Mutproben –

bis der kleine Spatz einfach sagt: „Ich? Ich mach nicht mit!“.

Ich glaube, dass Frieden genau diese Art von Mut braucht. Den Mut zu Ehrlichkeit, zu Menschlichkeit, zu Sehnsucht. Frieden braucht mutige Menschen, die auch dann noch, wenn sich alle anderen mitreißen lassen, stehen bleiben und sagen: „Ich? Ich macht nicht mit.“

Ich glaube, diese scheinbar unerträgliche Möglichkeit von Frieden braucht keine Ausreden. Sie fordert uns heraus, menschlicher zu sein, als wir es uns zuzutrauen wagen.

 

Lit.: Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, mutig, mutig, Atlantis Kinderbuch, Zürich 2006.