Silhouetten zweier Frauen, die mit ihren Händen ein Herz formen. Im Hintergrund strahlt ein sanfter Sonnenuntergang in warmen Farben. Eine dritte Person sitzt zwischen ihnen und schaut neugierig auf das Herzsymbol. Die Szene vermittelt Liebe und Verbundenheit.
24.01
2026
21:58
Uhr

Gelassenheit

Ein Beitrag von Paul Geiß

Ein Freund erzählt von seinen letzten Wochen: Stress bei der Arbeit, immer eins der drei Kinder krank, seine Frau und er teilen sich die Familienaufgaben und jeder arbeitet in Teilzeit. Aber dann kommen diese Krisensituationen. 

Einfühlsam frage ich nach und versuche zu verstehen. Da sagt er mir ein Wort, das mich aufhorchen lässt: „Ach“, sagt er, „es geht schon. Es geht gelassen weiter.“ Gelassen ist sein Zauberwort. In allem Trubel hat er gelernt, Gelassenheit zu üben. 

Natürlich regt er sich auf über den Stress, aber Abend für Abend findet er wieder zu seiner Lieblingsübung: Gelassenheit.

Friedrich Schorlemmer, der Pfarrer und Friedensaktivist, hat immer wieder Worte gefunden, um sich mit dem, was geschehen ist, auseinander zu setzen und abzufinden. 

Er schreibt:

“Vergessen wir nicht, das Leben zu preisen für jeden Tag, den wir leben dürfen, gar mit Brot, Wohnung, Arbeit. Nichts ist selbstverständlich.”

Wer das weiß, kann die eigenen Lebensansprüche zu Gunsten anderer gelassen reduzieren. Solche Gelassenheit brauchen wir.

Gute Nacht mit Gottes Segen.

 

Evangelisches Gesangbuch für Bayern, Thüringen und Mitteldeutschland München im Verlag Evangelischer Presseverband für Bayern, S. 870