Im Herbst kommt der Himmel näher. Vielleicht, weil die Bäume ihre Blätter verlieren und den Blick nach oben freigeben. Vielleicht auch, weil wir früher nach Hause gehen und die Dunkelheit wieder kennenlernen.
Und über uns stehen auf diesem Nachhauseweg die Sterne. Altes Licht.
Manch ein Licht dieser Sterne war schon unterwegs zu uns, bevor wir geboren wurden.
Ich stehe am Fenster, schaue hinauf und denke:
Wie klein wir sind.
Meine Sorgen, die am Nachmittag noch riesig waren, werden unter diesem Himmel ein wenig leichter. Nicht unwichtig. Nur kleiner. Unter diesem weiten Himmel, den Gott über uns aufgespannt hat und mit Sternen bestickt, wohnt er selbst, so heißt es.
Er wohnt dort nicht als Antwort, sondern als Gedanke. Als Gefühl. Als Licht, das noch unterwegs ist und schon längst angekommen.
Der Oktoberwind fährt durch die kahler werdenden Zweige. Ein Blatt löst sich. Irgendwo wird ein Fenster hell.
Und neben allen Sorgen denke ich, vielleicht genügt für diese Nacht, dass über unserer Dunkelheit noch immer Licht unterwegs zu uns ist.