17.01
2026
21:58
Uhr

Ohne Worte sein

Fülle der Kommunikation

Ein Beitrag von Christina Förner

Etwas sei „ohne Worte“ – eine gängige, ziemlich inhaltsleere Redewendung, die sich an jede Aussage oder Betrachtung anhängen lässt. Wir benutzen sie gerne, wenn wir nichts länger kommentieren wollen, oder auch dann, wenn wir nichts Gescheites zu sagen haben. Wenn wir sagen, jemand sei ohne Worte, dann verhalten wir uns respektlos und würdigen ihn herab auf seine Handlung oder Äußerung und gehen auf Distanz zu ihm. Damit machen wie es uns oft ziemlich leicht. 

Mehr Kommunikation ist schwerer als ein schnelles „ohne Worte“. Aber ehrlicher, respektvoller. Ohne Worte sein: Was sagt das schon aus? Ganz genau betrachtet geht es uns letztlich ums Schlechtmachen. Aufrichtig Kritik zu üben ist viel schwieriger als einen schnellen Spruch, aber sie wird dem Menschen, den wir kritisieren, viel gerechter. Also sollten wir nicht immer den einfachsten Weg dabei nehmen, Kritik zu üben. Denn unsere sprachlichen Möglichkeiten schöpfen wir nur dann ganz aus, wenn wir uns mehr Mühe geben. 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die nächste Woche aus der Fülle Ihrer Möglichkeiten heraus verbringen können und dazu eine gute Nacht.