14.01
2026
21:58
Uhr

Weiße Pilgerkirche im Norden

Symbol der Offenheit

Ein Beitrag von Christina Förner

Letztes Jahr habe ich Notre-Dame-du-Haut, eine weiße Pilgerkirche im Norden Frankreichs besucht. Und das war eigentlich eher zufällig. Dabei ist sie einer der originellsten Kirchenbauten weltweit. Am Fuße der Vogesen gelegen, eröffnete sie mir, nachdem ich die Anhöhe des Bergmassivs erstiegen hatte, einen hinreißenden Blick auf das Tal der Saône im Norden Frankreichs. Der französisch-schweizerische Architekt/Erbauer Le Corbusier soll von dem Angebot zu diesem Projekt zunächst nicht angetan gewesen sein, begeisterte sich dann aber doch dafür. Der Aufstieg zur Kirche war anstrengend, aber oben angekommen wurde ich belohnt: wie eine Muschel sitzt das dunkle Betondach auf den weißen, mit rauem Putz bestrichenen Mauern. Richtung Süden sind kleine Fensterschächte mit einfach bunten Scheiben in die dicken Mauern eingelassen, eine Ansicht, die man sonst eher von Schießscharten mittelalterlicher Burgen kennt. Das Licht kommt, für einen Kirchenbau ganz ungewöhnlich - von der Nordseite; und das Glockengeläute hängt in einem Stahlrahmen 15 Meter außerhalb der Kirchenmauern. 

Notre-Dame-du-Haut steht für die Offenheit einer Kirche im Wandel – als Symbol für einen alten Glauben, der eine tiefe Sehnsucht nach Verjüngung in sich spürt. 

Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.