Manchmal fangen Reisen und Ausflüge nicht am Flughafen an, sondern im Schlafzimmer unter der Bettdecke. Meine liebsten Geschichten beginnen genau so. Peter Pan und Wendy lernen sich im Kinderzimmer kennen, und auch Peterchens Mondfahrt beginnt dort.
Ein Bett wird zur Startrampe, die Decke zum Himmel, und aus der vertrauten Dunkelheit entsteht eine Welt, die größer ist als das Zimmer. Eine Welt, in der ein kleiner Maikäfer mit nur fünf Beinchen auf zwei Kinder trifft, die ihm versprechen, ihm beim Zurückholen seines verlorenen sechsten Beinchens vom Mond zu helfen.
Peterchen und Anneliese glauben dem Herrn Sumsemann, ohne zu zögern. Sie fliegen mit ihm los, noch bevor sie verstehen, wie Fliegen überhaupt geht.
Dann wird die Reise größer als das Zimmer: die Sternenwiese, das Sandmännchen, das prüft, wer sie sind. Der Himmel, der nicht nur dunkel ist, sondern voller Regeln, Wesen und Wege. Die Milchstraße als Schlittenfahrt, gezogen von Nachtfaltern. Und dahinter das Schloss der Nachtfee, in dem selbst Wind und Wetter eingeladen sind.
Und immer bleibt das Ziel: der Mond.
Dort, wo der Mondmann wacht. Dort, wo das sechste Beinchen hängt.
Und nun sage ich Gute Nacht – mit den Worten der Nachtfee:
„Mitternacht! – Die Welt schlief ein;
Frieden, Frieden soll über ihr sein!“