27.12
2025
21:58
Uhr

Von der weißen Weihnacht und der Hoffnung auf den Frühling

Ein Beitrag von Juliane Rumpel

Es soll ja Menschen geben, die erinnern sich noch daran, dass auch in unsern Breiten zu dieser Zeit schon Schnee gelegen hat. Heute sind das ferne Erinnerungen. Aber die Legende hält sich hartnäckig, dass Weihnachten weiß noch viel schöner wäre und viele träumen von der weißen Weihnacht.

Nicht nur meine alten Nachbarinnen erzählen, wie sie als Kinder eingeschneit sind und in den Tagen zwischen den Jahren in eiskalten Kirchen saßen und Loblieder sangen. 

Auch alte Dichter berichten vom Schnee und seinem Zauber, aber auch von der kalten Schwere, z.B. Joseph von Eichendorff:

 

Verschneit liegt rings die ganze Welt,

Ich hab nichts, was mich freuet,

Verlassen steht der Baum im Feld,

Hat längst sein Laub verstreuet.

 

Der Wind nur geht bei stiller Nacht

und rüttelt an dem Baume,

Da rührt er seine Wipfel sacht

Und redet wie im Traume.

 

Er träumt von künftger Frühlingszeit,

Von Grün und Quellenrauschen,

Wo er im neuen Blütenkleid

Zu Gottes Lob wird rauschen.

 

Träumen, träumen Sie gut in dieser Nacht, vielleicht ja auch schon vom Frühling. Ein bisschen dauerts noch bis dahin, aber er wird kommen. Versprochen.

 

Quelle: Joseph von Eichendorff: „Winternacht“. Gefunden am 15. November 2025 auf: https://www.deutschelyrik.de/winternacht-1231.html