Pflanzen und Tiere ziehen sich jetzt in die Winterruhe zurück. Als es auch bei den Menschen noch so war, hatte man im November das Werkzeug repariert, Wolle gesponnen und allerhand Arbeiten im Haus neben dem Herdfeuer erledigt. Nach der ganzen Plackerei auf den Feldern durfte man in einem gemächlicheren Rhythmus leben. Nicht so bei uns, da rattert alles weiter. Wir sind so gewohnt, jeden Moment mit Aktivität zu füllen, dass es uns schwerfällt, Stille auszuhalten. Doch unser Inneres braucht gelegentlich Wartungsarbeiten, so wie das Werkzeug. Es tut gut, mit einem Tee in der Stube zu sitzen, etwas mit den Händen zu machen und dabei den Gedanken nachzuhängen. In Ruhe und Geborgenheit kann ich Themen betrachten, die ich sonst wegschiebe. „Was brauche ich, was war gut oder was war ein Fehler, wofür bin ich dankbar?“ Der heilige Ignatius von Loyola empfiehlt abendliche Betrachtungen in „liebender Aufmerksamkeit“ und in dem Bewusstsein, dass wir Ungelöstes bei Gott ablegen können.
Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.