Heute ist Tag des Mineralwassers und Tag des Morgenmuffels. Wussten Sie das schon? Es gibt schon kuriose Gedenktage. Viele davon sind nicht ganz ernst gemeint. Andere haben einen durchaus nachdenkenswerten Hintergrund. Beispielsweise ist heute, am 7. Oktober, auch der Welttag für menschenwürdige Arbeit.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Jahr 2023 ist der 7. Oktober für viele Menschen auch ein Tag der Trauer und des Gedenkens.
Für mich ist dieses Datum zugleich mit meiner eigenen Geschichte verbunden. Denn der 7. Oktober war 40 Jahre lang ein Nationalfeiertag, nämlich der sogenannte „Tag der Republik“ in der DDR. Ein Land, das es nicht mehr gibt, in dem ich aber aufgewachsen bin.
Dem Staat DDR weine ich keine einzige Träne nach. Doch der 7. Oktober erinnert mich auch nach über 30 Jahren immer wieder daran, wie schnell menschliche Macht am Ende sein kann. Welche Form sie auch annimmt, ob sie zum Positiven oder Negativen eingesetzt wird – menschliche Macht ist begrenzt. Letzten Endes ist sie so sterblich wie die Menschen, die sie ausüben. Der Mensch ist höchstens Gestalter der Geschichte. Das letzte Wort darüber hat er nicht.
Einer, für den dieses Wissen eine Quelle der Hoffnung war, war der biblische Prophet Daniel. Verschleppt in ein feindliches Land und der Willkür des feindlichen Königs ausgeliefert, fand er sich in einer lebensbedrohlichen Situation wieder. Doch in dem Wissen, dass es einen noch größeren Herrscher gab als jenen König, betete er Gott an mit den Worten: „Gepriesen sei der Name Gottes, von Anfang an bis in alle Zukunft! Ihm gehören Weisheit und Kraft. Er verändert das, was ist, und gibt allem seine Frist. Er setzt Könige ab und setzt Könige ein.“[1]
Daniel wusste: Kein noch so mächtiger Machthaber der Erde bleibt ewig. Das letzte Wort über menschliche Macht hat kein Mensch, sondern Gott allein. Daraus schöpfte Daniel Hoffnung und Mut für seine Situation: Der Gott, der alle Machthaber in der Hand hat, hält auch sein Leben in der Hand.
Daniels Vertrauen wird auch für mich zum Hoffnungsmoment. Kein Machthaber dieser Welt, egal, wie gut oder schlecht er seine Macht einsetzt, hat das letzte Wort. Nicht über das Leben anderer - und auch nicht über meins.
[1] Daniel 2,20-21 (BasisBibel, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)