Ein Mann in einem Anzug steht mit geballter Faust da. Seine Haltung deutet auf Entschlossenheit oder Aggression hin. Der Hintergrund ist neutral und verstärkt den Fokus auf die Person und die Faust.
07.10
2026
06:50
Uhr

7. Oktober

Ein Beitrag von Doris Leisering
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 05. – 11. Oktober Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:
Ein Anker mit Kette liegt im Vordergrund, während das glitzernde Wasser im Hintergrund sichtbar ist. Segelboote sind in der Ferne zu sehen, und eine felsige Küste ergänzt die Szenerie. Der Himmel ist klar und sonnig.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Hoffnungsanker für Landratten

Doris Leisering
Eine Wiese im Morgenlicht, bedeckt mit Tautropfen, die im Sonnenlicht funkeln. Die Grashalme sind grün und frisch, während der Hintergrund sanft vermischt mit dunklen grünen Bäumen ist. Die Atmosphäre vermittelt einen ruhigen und natürlichen Moment.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Endlich Freitag

Doris Leisering
Blick durch ein großes, rundes Rohr nach oben, wo blauer Himmel und einige Wolken sichtbar sind. Der innere Rand des Rohrs ist aus grauem Beton. Hoffnung.
Radio 3
Worte auf den Weg / Worte für den Tag

Wo Leben ist, ist auch Hoffnung

Doris Leisering

Heute ist Tag des Mineralwassers und Tag des Morgenmuffels. Wussten Sie das schon? Es gibt schon kuriose Gedenktage. Viele davon sind nicht ganz ernst gemeint. Andere haben einen durchaus nachdenkenswerten Hintergrund. Beispielsweise ist heute, am 7. Oktober, auch der Welttag für menschenwürdige Arbeit.

Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Jahr 2023 ist der 7. Oktober für viele Menschen auch ein Tag der Trauer und des Gedenkens. 

Für mich ist dieses Datum zugleich mit meiner eigenen Geschichte verbunden. Denn der 7. Oktober war 40 Jahre lang ein Nationalfeiertag, nämlich der sogenannte „Tag der Republik“ in der DDR. Ein Land, das es nicht mehr gibt, in dem ich aber aufgewachsen bin. 

Dem Staat DDR weine ich keine einzige Träne nach. Doch der 7. Oktober erinnert mich auch nach über 30 Jahren immer wieder daran, wie schnell menschliche Macht am Ende sein kann. Welche Form sie auch annimmt, ob sie zum Positiven oder Negativen eingesetzt wird – menschliche Macht ist begrenzt. Letzten Endes ist sie so sterblich wie die Menschen, die sie ausüben. Der Mensch ist höchstens Gestalter der Geschichte. Das letzte Wort darüber hat er nicht. 

Einer, für den dieses Wissen eine Quelle der Hoffnung war, war der biblische Prophet Daniel. Verschleppt in ein feindliches Land und der Willkür des feindlichen Königs ausgeliefert, fand er sich in einer lebensbedrohlichen Situation wieder. Doch in dem Wissen, dass es einen noch größeren Herrscher gab als jenen König, betete er Gott an mit den Worten: „Gepriesen sei der Name Gottes, von Anfang an bis in alle Zukunft! Ihm gehören Weisheit und Kraft. Er verändert das, was ist, und gibt allem seine Frist. Er setzt Könige ab und setzt Könige ein.“[1]

Daniel wusste: Kein noch so mächtiger Machthaber der Erde bleibt ewig. Das letzte Wort über menschliche Macht hat kein Mensch, sondern Gott allein. Daraus schöpfte Daniel Hoffnung und Mut für seine Situation: Der Gott, der alle Machthaber in der Hand hat, hält auch sein Leben in der Hand.

Daniels Vertrauen wird auch für mich zum Hoffnungsmoment. Kein Machthaber dieser Welt, egal, wie gut oder schlecht er seine Macht einsetzt, hat das letzte Wort. Nicht über das Leben anderer -  und auch nicht über meins.

 

 


[1] Daniel 2,20-21 (BasisBibel, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)