Ich finde es schwierig, gute Geschenke zu machen. Das fängt schon weit vor der Suche im Laden oder im Internet an. Jedesmal stelle ich mir die Frage, ob das Geschenk meinen eigenen Vorlieben oder jenen des oder der Beschenkten entsprechen soll. Ich stecke ja nicht wirklich drin in der anderen Person, dann wäre es einfacher – so aber bleibt es bei meiner bloßen Vorstellung darüber, was der anderen Person gefallen würde. Wirklich schwierig, finde ich.
Eine andere Art von Schenken ist das Spenden. Da geht es nicht darum, was der anderen Seite gefallen würde, sondern ob meine Spende tatsächlich einem guten Zweck zukommt und da ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird. Kompliziert wird das beim Spenden auf der Straße: Da beurteile ich dann doch oft nach dem Äußeren und ganz subjektiv, ob mir eine Person sympathisch ist. Dann fange ich an zu überlegen, ob Geld das richtige Mittel der Wahl ist oder doch lieber etwas zu essen? Aber was, wenn z.B. die von Armut betroffene Person, die da vor mir steht, die Lebensmittel, die ich ausgesucht habe, gar nicht mag?
Von Jesus von Nazareth ist der biblische Ausspruch überliefert, man solle beim Geben die linke Hand nicht wissen lassen, was die rechte tut. Also lieber einfach etwas geben, auch auf das Risiko hin, dass meine Spende entweder abgelehnt wird oder für einen Zweck genutzt wird, der mir nicht gefällt.
Ob diese Regel auch beim Schenken hilft? Wenn man sich insgeheim unsicher ist oder sogar ein bisschen für sein Geschenk schämt, weil man meint, es wäre nicht passend oder wertvoll genug, dann fügen manche hinzu: ‚Das kommt von Herzen‘.
Aus beiden Sätzen zusammen wird ein Schuh, scheint mir: Wenn die linke Hand nicht weiss, was die rechte tut, wenn ich aufhöre, soviel zu überlegen, ehe ich was Gutes tue oder jemandem eine Freude mache, dann folge ich dem Herzen, nicht dem Kopf, dann hat das Herz erst die Chance die Führung zu übernehmen. Ein Motto, das in vielen Situationen hilft – dieser eine Satz nur: Es kommt von Herzen!