Wir stehen am Beginn der Karwoche – eine Woche, die im Christentum viel von Erwartungen und Enttäuschungen erzählt. Von Momenten, in denen Menschen gefeiert werden und von Augenblicken, in denen plötzlich alles kippt: Enttäuschung, Verrat, Misstrauen, Abschied, Loslassen, Veränderung.
Ich merke: Genau das kenne ich auch aus meinem Alltag.
Es gibt Tage, da wünsche ich mir jemanden an meiner Seite, der ruft: „Gut gemacht! Weiter so!“
Aber meistens ist da niemand. Ich arbeite, kümmere mich, versuche, es allen recht zu machen und es bleibt still – kein Applaus. Vielleicht geht es Ihnen manchmal ähnlich?
Eine Freundin sagte mir neulich:
„Wir sehen unsere Fehler im grellen Licht – aber unsere Erfolge nur im Halbschatten.“
Und da steckt viel Wahrheit drin. Wir sind großzügig mit Kritik an uns selbst und sparsam mit Anerkennung.
Die Woche vor dem Osterfest erinnert mich daran, dass Anerkennung nicht nur von außen kommen muss, sondern ich selbst der Mensch sein darf, der am Rand meines Weges steht und ruft: „Gut gemacht. Du bist echt klasse. Weiter so!“
Ich übe das gerade: Am Abend eine kleine Sache benennen, die gelungen ist. Kein großes Ding – vielleicht ein Gespräch, ein ehrlicher Satz, ein schöner Mut-Mach-Moment. Erst fühlt es sich seltsam an, dann befreiend. Vor allem werde ich unabhängiger vom Applaus anderer.
Starten wir in diese neue Woche mit diesem guten Gedanken: Nicht nach dem Jubel suchen, den andere uns geben sollen – sondern den inneren Applaus hören, den wir uns selbst schenken dürfen.
Welche kleine Sache haben Sie in den letzten 24 Stunden richtig gut gemacht?