24.12
2025
06:50
Uhr

Es ist ein Ros entsprungen

Ein Beitrag von Christoph Kießig
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 22. – 28. Dezember Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:

24. Dezember 2025, Berlin Pankow steht auf der Geburtsurkunde und ihre Eltern nennen sie Rosa. Warm eingepackt verlässt ein neuer Mensch die Geburtsklinik Maria Heimsuchung. Draußen vor der Tür im nächtlichen Dunkel weht ein kalter Wind.

„Es ist ein Ros entsprungen“ singen wir zur selben Zeit nebenan in der Kirche. Vielleicht kennen Sie ja dieses Weihnachtslied, das schon über 400 Jahre alt ist und sich auf einen alten Text aus der Bibel bezieht. Eine kleine Rose, die mitten in der Nacht und mitten im Winter anfängt zu blühen.

Schon 500 Jahre vor Christi Geburt fangen Menschen an Rosen zu pflanzen. Die Griechen bezeichnen sie als „Königin der Blumen“, den Römern ist sie mehr wert als Gold. 

Diese Rose, dieses Kind, das da besungen wird, das zarte Pflänzchen ausgesetzt in Kälte und Schnee, ist das Kind in der Krippe in Betlehem. Gott setzt seinen Sohn den Menschen aus, weil er eine neue Verbindung sucht, weil er einer von uns werden möchte. Er hat seine schönste Blume ausgesetzt aus dem Schutz und der Sicherheit seiner göttlichen Allmacht und sie in unsere Hände gelegt. Und diese Rose, sie besteht. Sie übersteht die Kälte und die Härte unserer Welt. Sie wächst auf kargem Boden und kann blühen - sogar mehrmals im Jahr. Und nicht nur das, sie kann, wie es das Lied sagt, die Finsternis vertreiben. 

Wir singen immer noch, wie die Alten vor uns, von dieser Freude. Von der Hoffnung für eine Welt, oft kalt und dunkel ist. Die in der besungenen „halben Nacht“ fest zu stecken scheint. Und doch lassen wir uns anlocken vom Schimmer der Weihnacht - vom Schein, der nicht trügt, sondern ein Vorgeschmack ist. Auch wenn wir es vielleicht noch nicht sehen können, es duftet schon zu uns herüber und blüht auch inmitten dieser oft so finsteren Nacht.

Weiter heißt es im Lied: „Aus Gottes ewgem Rat ist uns ein Kind geboren“, mitten hinein in unsere eigene Ratlosigkeit. Wer selber schon einmal die Geburt eines Kindes miterlebt hat, trägt die Erfahrung der Zuversicht und Hoffnung tief in sich.

Für die frischgebackene Familie in Berlin Pankow ist diese neue Wirklichkeit gerade angebrochen, fängt ein neues Leben an. Und die Zukunft ist: Rosa.