„Und am Ende der Straße steht ein Haus am See…“ höre ich im Radio, früh am Morgen. Beim Zähneputzen. Es singt ein alter Bekannter, Peter Fox mit diesen Zeilen, seit vielen Jahren. Sätze, die den Ohrwurm wecken. Ich summe mit: Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg, Ich hab 20 Kinder, meine Frau ist schön. Alle komm'n vorbei, ich brauch nie rauszugeh'n. Worte, die Bilder in mir wecken: Ruhe. Weite. Irgendwo in Florida, auf Hawaii oder zumindest die Toskana. Alles richtig gemacht. Alle kommen vorbei. Rausgehen muss man nicht mehr.
Der Traum vom Ankommen. Vom richtigen Leben. Raus aus dem Lärm. Ein Ort, an dem alles passt.
Blöd nur: Das Leben hält sich selten an die Träume aus Songtexten und sind sie auch noch so stimmig.
Gesundheit wird immer zerbrechlicher. Beziehungen zerbrechen gleich ganz. Pläne, sorgfältig erdacht, platzen. Und plötzlich zeigt sich: Das Bild vom Haus am See ist ganz schön. Aber nicht viel mehr als eine Seifenblase.
Vielleicht ist das der Moment, in dem Gott zuschlägt.
Nicht sanft. Nicht tröstend. Sondern mit einem harten linken Haken.
Direkt hinein in die Illusion, man könne alles im Leben absichern.
Direkt rein in den Glauben, Kontrolle sei schon Vertrauen.
So ein Haken tut weh.
Er haut dich um.
Er nimmt dir die Sicherheiten.
Er zerplatzt die Fantasien vom perfekten Leben. „Alles verlieren, Gott hat einen harten linken Haken", so singt Peter Fox. Und ehrlich gesagt: Da verstehe Ich Gott nicht. Echt nicht. Aber vielleicht ist das immer noch besser, als von einem blinden Schicksal festgehalten zu werden.
Gott handelt manchmal unverständlich. Aber er ist nie abwesend. Der linke Haken ist nicht das Ende. Ich werde ihn fragen, was er damit vorhatte.
Denn mitten im Getroffenwerden steht Christus. Nicht am Rand. Nicht über den Dingen.
Mitten drin. Er trägt, was zerbricht. Er hält, wenn alle Sicherheiten versagen.
Und er sagt nicht: Bau dein Leben nächstes Mal besser. Er sagt: Halt dich an mir fest.
Und das trägt.