Eine fröhliche Umzugsszene mit verkleideten Kindern und Erwachsenen. Im Vordergrund steht ein Mann mit weißem Bart, der einen Kessel mit einem Löffel umrührt, daneben ein Kind in einem gestreiften Kostüm. Im Hintergrund sind weitere Festteilnehmer in bunten Kostümen zu sehen. Eine fröhliche Umzugsszene mit verkleideten Kindern und Erwachsenen. Im Vordergrund steht ein Mann mit weißem Bart, der einen Kessel mit einem Löffel umrührt, daneben ein Kind in einem gestreiften Kostüm. Im Hintergrund sind weitere Festteilnehmer in bunten Kostümen zu sehen.
Eine fröhliche Umzugsszene mit verkleideten Kindern und Erwachsenen. Im Vordergrund steht ein Mann mit weißem Bart, der einen Kessel mit einem Löffel umrührt, daneben ein Kind in einem gestreiften Kostüm. Im Hintergrund sind weitere Festteilnehmer in bunten Kostümen zu sehen.
08.04
2026
06:50
Uhr

Hauptsache, für mich reicht’s!

Die Abbildung zeigt eine Figur eines kräftigen, bärtigen Mannes mit roten Zöpfen und einem kleinen Helm. Er trägt ein gestreiftes Oberteil und eine grüne Brustschnalle. Die Figur steht mit verschränkten Armen da und hat einen entschlossenen Gesichtsausdruck.

Ein Freund begleitet mich seit Kindertagen durchs Leben. Er schätzt es nicht, wenn man ihn dick nennt. Er trägt einen Helm mit Hörnern und guckt immer irgendwie verdutzt. Wildschweine hat er zum Fressen gern und teilen – das tut er auf sehr eigene Weise. Obelix heißt er. Ein berühmter Gallier aus den Comics von René Goscinny und Albert Uderzo. Seit Jahrzehnten zuverlässig präsent. Weltweit. In Comics, im Kopf, als Bauchgefühl.

Eine Szene von ihm lieb ich sehr: Da steht eine riesige leckere Torte auf dem Tisch. Drei Freunde sitzen drumherum. Erwartungsvolle Blicke. Ein Messer. Mein Freund Obelix soll die Torte unter den Dreien aufteilen. Abgeschnitten werden von ihm aber nur zwei ordentliche Stücke. Für die anderen. Sorgfältig und gerecht. Und dann passiert das Entscheidende: Der riesige Rest – gut dreiviertel des Kuchens – wandert genüsslich in seinen eigenen Mund. Drei Teile, aber sehr ungleich.

 

Diese Szene legt etwas frei, das früh erworben und nie ganz verlernt wird. Teilen soll man. Fair sein. Achtsam. Erst die anderen. Dann Du. So sagen es die Eltern, die guten Sitten und haufenweise Ratgeberliteratur. Und trotzdem sitzt da einer bei mir tief drin, der genau weiß, wo das größte Stück liegt. Einer, der rechnet. Einer, der denkt: Hauptsache, für mich reicht’s. Teilen ist anstrengend. Nicht, weil es falsch wäre. Sondern weil es weh tut. Abgeben heißt: Selbst weniger haben. Weniger Sicherheit. Weniger Kontrolle. Darum bleibt das Teilen oft an der Oberfläche. Man gibt, was sich gut anfühlt. Ordentliche Stücke für die anderen. Aber den Rest - den behält man. Für später. Für sich. Für alle Fälle.

Ein alter biblischer Satz sagt: Geben ist seliger als Nehmen. Kein Kalenderspruch. Keine Moralkeule. Eher eine nüchterne Beobachtung. Wer gibt, bleibt nicht bei sich. Wer teilt, wird weiter. Der Blick löst sich vom eigenen Teller. Und plötzlich kommt Bewegung ins Leben.

Genau das lebt Jesus vor. Kein Held mit Zaubertrank. Kein moralischer Übermensch. Sondern einer, der sich selbst gibt. Brot bricht. Zeit teilt. Nähe riskiert. Nicht aus Überfluss, sondern aus Liebe. Vielleicht liegt darin das Geheimnis. Dass das Leben nicht größer wird, wenn man alles behält. Sondern wenn man es teilt. Nicht perfekt. Nicht heldenhaft. Aber so, dass der innere Obelix in mir nicht das letzte Wort behält.