Ein Paar hält sich an den Händen. An der linken Hand ist ein auffälliger Verlobungsring mit einem großen, funkelnenden Stein zu sehen. Die Hände vermitteln eine intime und liebevolle Verbindung zwischen den beiden Personen. Ein Paar hält sich an den Händen. An der linken Hand ist ein auffälliger Verlobungsring mit einem großen, funkelnenden Stein zu sehen. Die Hände vermitteln eine intime und liebevolle Verbindung zwischen den beiden Personen.
Ein Paar hält sich an den Händen. An der linken Hand ist ein auffälliger Verlobungsring mit einem großen, funkelnenden Stein zu sehen. Die Hände vermitteln eine intime und liebevolle Verbindung zwischen den beiden Personen.
18.07
2025
06:50
Uhr

Küss die Hand!

Ein Beitrag von Kristóf Bálint

Es ist Sommer, warm und schwül. Ich stehe in der Schlange vor der Eisdiele, neben mir eine Frau und ihre beiden Kinder, geschätzt drei und fünf Jahre. Der kleine Junge will selber bestellen, obwohl er kaum die Höhe der Eisberge in der Vitrine erreicht. Er bedient sich seiner Schwester, die ihn berät – nach Farben, denn lesen kann sie noch nicht.

Dem Steppke ist es egal, er will gelbes Eis, also Mango. Endlich an der Reihe, geniert er sich, weiß nicht recht, was er sagen soll, nimmt die Hand seiner Schwester in seine und, für mich völlig unerwartet, küsst er sie. Die „große“ Schwester versteht sofort und reagiert: ordert das gelbe Eis für den Bruder und für sich Zitroneneis, denn das Bild konnte sie lesen.

Als ich mein Eis schließlich in Händen halte, übrigens Mango und Zitrone, und daran schlecke, denke ich der Szene hinterher. Wie gut, jemanden bei sich zu haben. Eine, die aushält, dass wir manchmal unleidlich sind, auf unserem Recht bestehen. Die einspringt, wenn uns dann und wann der Mut verlässt.

Meist sind Geschwisterverhältnisse nicht so harmonisch, eher von Streit geprägt. Das hat positive wie negative Seiten, denn Streit unter Geschwistern sorgt ja dafür, dass wir lernen, uns später auch im Kindergarten, in der Schule und dann auf der Arbeit durchzusetzen. Ist also Lernort mit der Chance, auch verlieren zu lernen. Denn auch das muss gelernt sein. Gewinnen fällt uns leichter und geht quasi von allein.

Der kleine Steppke hat in dem Moment der Bestellung gemerkt, dass er sich zu viel vorgenommen hat. Für dieses Mal. Also vertraut er sich einem anderen an, der ihn unterstützt, der ihm hilft, nicht zu verzagen und ans Ziel zu kommen.

Das wünsche ich jedem: einen, der mir beispringt, wenn etwas zu groß wird. Wenn die Kräfte nicht reichen oder der Mut. Bruder, Schwester, Freund oder Freundin, Nachbarin oder Kollege. Es ist das, was die Bibel mit Nächstenliebe meint.