Der Berliner Fernsehturm ragt hoch über die Stadtsilhouette. Im Hintergrund sind Wolken in sanften Farben zu sehen, während die Dächer der Stadt im warmen Licht reflektiert werden. Die Szene vermittelt einen ruhigen, abendlichen Ausblick auf Berlin.
21.01
2026
06:50
Uhr

Morgendliche Stille

Vom ruhigen Balkon, der Winterruhe und dem Blick zu Gott – eine persönliche Morgenroutine voller Ruhe, Reflektion und Gemeinschaft

Ein Beitrag von Frank Peter Bitter

Morgens mag ich die Stille. Ich bin Frühaufsteher und genieße diese morgendliche Ruhe. So beginne ich den Tag ganz entspannt. Ich sitze auf meinem Balkon, auch jetzt im Winter, und trinke ganz genüsslich meinen ersten Kaffee. Eingepackt in einer Daunenjacke und Strickmütze. Hier in Lehnitz bei Oranienburg lebt es sich stiller, als im pulsierenden Berlin. Langsam werden meine Sinne wach. Ich höre ganz bewusst die ersten Vogelgeräusche. Manchmal das Rauschen des Waldes. Gerade morgens ist mein Zuhause ein wichtiger Rückzugsort. Ich komme in innere Zwiesprache mit mir selbst und mit Gott, bete und meditiere. Das tut mir gut! 

Wenn ich so zurückblicke, habe ich das schon immer gemacht, auch als meine Kinder noch klein waren. Bevor der Familientrubel erwachte und ich versuchte die Kinder zu bewegen aufzustehen, sich zu waschen, Zähne zu putzen, sich anzuziehen, zu frühstücken oder gar letzte Vokabeln für den anstehenden Vokabeltest am Frühstückstisch abzufragen - war ich oft zwei Stunden vorher schon wach, um in Stille bei mir zu sein. Sich einen Rückzugsort im Laufe des Tages zu suchen, ist wie eine Kraftquelle mitten im Alltagsstress. Ich bevorzuge die Morgenstunden für meine ganz persönliche Rückzugszeit. Sich in Ruhe und Stille zurückzuziehen, ist für mich kein Abschotten oder Isolieren. Diese Zeit des inneren Rückzugs ermöglicht mir eher ein Öffnen meiner Seele und meines Herzens. Es hilft mir bei mir und auch bei Gott zu sein. In der Bibel wird häufig berichtet, dass sich Jesus an einsame Orte zurückzog, um zu beten. Jesus war kein Eigenbrötler – ganz im Gegenteil! Er kam mit vielen und ganz unterschiedlichen Menschen zusammen. Er diskutierte mit ihnen, er predigte ihnen, er heilte sie und feierte mit ihnen. Bei all dem Trubel um seine Person, brauchte er Zeiten der Stille und Ruhe, meist an entlegenen Orten. Er wollte mit sich und Gott sein. Er wollte Kraft schöpfen und bestimmt auch Trost erfahren. So ähnlich geht es mir auch. Die morgendliche Stille ist Kraftquelle für meinen anstehenden Tag. 

So wünsche ich Ihnen auch einen entspannten guten Morgen!