Ich mag die Umgebung, in der ich lebe. Hier im Brandenburgischen mit seinen Wäldern und Seen. Jetzt, mitten im Winter, scheint diese schöne Landschaft zu schlafen. Wenn dann noch Schnee liegt, kommt es mir vor, als halte die Natur Winterschlaf. Die Pflanzen, Bäume und auch teilweise die Tiere erholen sich und bereiten sich innerlich darauf vor, im Frühjahr wieder aus ihrem Winterschlaf zu erwachen, um lebendig zu werden. Manchmal geht es mir in dieser Jahreszeit ähnlich. Dann bin ich eher gemächlich unterwegs. Halte inne, plane dabei Vorhaben für den Frühling oder auch für den Sommerurlaub. Das Miteinander mit lieben Menschen gestaltet sich eher gemütlich. Langsam. Es scheint mir geradezu gegen die Natur zu sein, in einen Aktionismus zu verfallen. Wie schön wäre es doch, langsamer zu sein. Damit meine ich: bewusster zu leben, zu genießen. So ohne Hektik und unnötigem Gerede, oder Wichtigtuerei. Einfach mal sein. Nicht reden zu müssen, sondern schweigen zu dürfen. Einmal im Jahr schweige ich eine Woche lang in einem Kloster. Mittlerweile ist das keine Herausforderung für mich - anfänglich schon. Im Schweigen komme ich bewusster immer mehr zu mir. Auch in Beziehung zu Gott. Das ist für mich ein sehr schönes Gefühl. Im Einklang mit mir und Gott entdecke ich mich immer wieder neu. Das ist sogar manchmal überraschend für mich. Dieses Erleben des Schweigens schenkt mir dann viel Energie und Lebensfreude für meine anstehenden Aufgaben als Polizeiseelsorger. Nicht nur, dass ich meine Kraftquellen wieder freilege, ich kann auch meine Lebensfreude für andere sichtbar machen und weitergeben. Im Winter erinnert mich die Natur an meine Schweigewoche. Bäume, Pflanzen und Tiere erholen sich und bereiten sich auf den Frühling und Sommer vor und ich ruhe im Schweigen, schöpfe Kraft und kann dabei für mich wichtige Entscheidungen treffen. Ganz ohne Stress und unnötige Betriebsamkeit. Vielleicht lädt Sie diese Langsamkeit der Natur ja auch ein, bewusster zu leben und vielleicht zu beten.
Genießen Sie Ihren Freitag in Ruhe. Vielleicht nach der Arbeit bei einem Waldspaziergang!