Drei Frauen stehen Rücken an Rücken, tragen schwarze Oberteile und Jeans. Ihre Arme sind hinter dem Rücken verschränkt, wobei sie mit ihren Händen einen spielerischen Ausdruck zeigen. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Freundschaft und Zusammengehörigkeit.
05.11
2026
06:50
Uhr

Sisterhood als Widerstand

Mahlah, Noa, Hogla, Milka und Tirza

Ein Beitrag von Friederike Krippner
Dies ist eine Sendung aus der Staffel vom 02. – 08. November Alle Beiträge aus der Staffel finden sie hier:

„Zickenkrieg“, „Stutenbissigkeit“ – solche Wörter werden Frauen zugeschrieben, wenn sie miteinander streiten. Die Forschung hat längst weibliche Rivalitäten als Studienfeld für sich entdeckt und fördert dabei so Einiges zutage. Die Forscherinnen Anne Campbell und Paula Stockley zum Beispiel beschreiben, dass Frauen untereinander besonders unangenehm-subtil rivalisieren, indem sie unter anderem den Ruf ihrer angeblichen Rivalinnen angreifen.

Sollte das so stimmen, dann sind das sehr schlechte Nachrichten. Denn es liegt doch auf der Hand, dass in einer Welt des Gender Pay Gaps, des Gender hours gaps und weiterer unschöner Lücken, die alle zeigen, dass es nach wie vor statistisch erhebliche Differenzen zwischen der ökonomischen Situation von Frauen und Männern gibt ganz andere Strategien braucht. Eine davon heißt: Schwesternschaft.  Oder, auf Englisch: Sisterhood.

Um Sisterhood geht es auch in der Bibel: Der Vater der Schwestern Mahlah, Noa, Hogla, Milka und Tirza ist gestorben. Sie haben keinen Bruder und damit in einer streng patriarchal organisierten Welt niemanden, der das Erbe des Vaters antreten kann. Denn nach der damals geltenden Ordnung können Frauen nichts erben. Gegen diese Ordnung begehren die Schwestern auf. Sie treten gemeinsam vor Moses, vor den Priester, vor die führenden Männer und die ganze Gemeinde und fordern ihr Erbe ein. Dass sie das als Frauen in einer streng patriarchal organisierten Gemeinschaft tun ist ganz schön mutiger Widerstand. Und es macht Eindruck. Moses befragt Gott, was zu tun ist. Gottes Urteil gibt den Schwestern recht: Töchter sollen erben können, wenn es keine Söhne gibt. Damit wird eine neue Regel festgelegt.

Mich beeindruckt an den fünf Frauen, dass sie nicht nur einfach irgendwie in schwierigen Zeiten zusammenhalten. Sie begehren vielmehr dagegen auf, dass Gesetz und Gesellschaft in diesen biblischen Zeiten Frauen klein halten. Sisterhood ist hier Widerstand.

Sisterhood, heißt: Wir glauben einander. Wir schauen hin. Wir sprechen aus, was geschieht. Wir treten gemeinsam für Veränderungen ein. Und vor allem: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.