Ein schmaler Lichtstrahl fällt durch den Spalt einer geschlossenen Tür auf den dunklen Boden. Die Umgebung wirkt düster, während das Licht einen Kontrast zur Dunkelheit bildet. Ein schmaler Lichtstrahl fällt durch den Spalt einer geschlossenen Tür auf den dunklen Boden. Die Umgebung wirkt düster, während das Licht einen Kontrast zur Dunkelheit bildet.
Ein schmaler Lichtstrahl fällt durch den Spalt einer geschlossenen Tür auf den dunklen Boden. Die Umgebung wirkt düster, während das Licht einen Kontrast zur Dunkelheit bildet.
29.11
2025
21:58
Uhr

Das Leise und das Trotzdem

Ringelnatz‘ Weisheit in der Voradventszeit

Ein Beitrag von Merle Remler

Es sind seltsame Tage, in dieser Woche zwischen dem Ewigkeitssonntag und dem ersten Advent. Bei manchen erklingt schon die Weihnachtsmusik und die Adventsbeleuchtung erstrahlt die Fensterscheiben. Bei anderen bestimmen die letzten Tage des Kirchenjahres die Gedanken. Wenn die Hände in den Schoß sinken und die Erinnerungen zwischen Gestern und Heute keinen Unterschied machen. Wenn der ein oder andere Zweifel aus den Fugen der Bodenleiste kriecht, und dort auf den funkelnden Widerspruch des Advents trifft, der uns bald dazu auffordern wird, den Kopf zu erheben und auf das große Geschenk des Trotzdem zu warten. Und in diesem Widerspruch zwischen Ende und Anfang hat auch das Unbunte und das Leise eine zarte Schönheit, die wir nicht übergehen dürfen. Denn, so erinnert uns Joachim Ringelnatz: 

 

Das Unbunte und Leise,

Das ist so schön, daß es wiederjung

Beginnen kann, wenn Erinnerung

Es nicht klein machte, sondern weise.

 

Schlafen Sie gut und vertrauen Sie auf den kommenden Neubeginn!

 

Lit.: Ringelnatz, Joachim, „Herbst“, in: Gedichte. Gedichte von Einstmals und Heute, Berlin 1934.