Es sind seltsame Tage, in dieser Woche zwischen dem Ewigkeitssonntag und dem ersten Advent. Bei manchen erklingt schon die Weihnachtsmusik und die Adventsbeleuchtung erstrahlt die Fensterscheiben. Bei anderen bestimmen die letzten Tage des Kirchenjahres die Gedanken. Wenn die Hände in den Schoß sinken und die Erinnerungen zwischen Gestern und Heute keinen Unterschied machen. Wenn der ein oder andere Zweifel aus den Fugen der Bodenleiste kriecht, und dort auf den funkelnden Widerspruch des Advents trifft, der uns bald dazu auffordern wird, den Kopf zu erheben und auf das große Geschenk des Trotzdem zu warten. Und in diesem Widerspruch zwischen Ende und Anfang hat auch das Unbunte und das Leise eine zarte Schönheit, die wir nicht übergehen dürfen. Denn, so erinnert uns Joachim Ringelnatz:
Das Unbunte und Leise,
Das ist so schön, daß es wiederjung
Beginnen kann, wenn Erinnerung
Es nicht klein machte, sondern weise.
Schlafen Sie gut und vertrauen Sie auf den kommenden Neubeginn!
Lit.: Ringelnatz, Joachim, „Herbst“, in: Gedichte. Gedichte von Einstmals und Heute, Berlin 1934.