Sie hatte es sich so gewünscht: ein eigenes Tagebuch. Und dann kam endlich ihr 13. Geburtstag und sie durfte es sich in der Buchhandlung sogar selber aussuchen. Rosa-Weiß kariert war der Einband mit einem kleinen Schloss. Ihr erster Eintrag lautete: Ich hoffe, ich kann meinem Tagebuch alles anvertrauen und so einen großen Halt an ihm finden.
Damit begann heute vor 84 Jahren das Tagebuch von Anne Frank.
In den kommenden 2 Jahren fand Anne Frank nicht nur Halt im Schreiben. Ihre Gedanken wurden reifer, klarer und erstaunlich hellwach für das Leben. Am Ende ist aus dem dreizehnjährigen Mädchen im Frühjahr 1944 eine echte Schriftstellerin geworden.
Sie findet einen Umgang mit der ständigen Bedrohung, der mich sehr berührt:
„Mein Rat lautet: ‚Geh hinaus auf die Felder, in die Natur und die Sonne, geh hinaus und versuche, das Glück in dir selbst und in Gott wiederzufinden; denk an all das Schöne, was in dir und um dich herum noch übrigbleibt und sei glücklich!‘“
(Quelle: Annes Schöne-Sätze-Buch, abrufbar unter: https://www.annefrank.org/de/anne-frank/das-tagebuch/annes-schone-satze-buch/, zuletzt aufgerufen 18.5.2026)