Manchmal wünsche ich mir eine Betriebsanleitung für mein Leben. Darauf könnte zum Beispiel stehen: Achtung, kann unerwartete Wendungen enthalten. Nebenwirkungen: Herzklopfen, Zweifel, gelegentlich Hoffnung.
Und für Momente, wenn ich einmal hingefallen bin, schön auf die Nase, und nichts weiter sehe als Staub, fände ich dort eine Notrufnummer, kurz wie ein Stoßgebet.
Vielleicht käme dann als Antwort: Schau mal nach links. Direkt neben dich. Ich habe mich zu dir gelegt.
Wir erwarten ja gern, dass Gott uns aufrichtet. Dass er repariert, heilt und möglichst schnell wieder Ordnung schafft. Vielleicht schickt er uns aber manchmal stattdessen jemanden, der sich zu uns auf den Boden legt. Der bleibt. Der mit uns in den Himmel schaut. Und der nicht behauptet, schon zu wissen, wie es weitergeht.
Vielleicht muss man nämlich nicht immer gleich aufstehen.
Vielleicht findet sich dort unten, zwischen Staub und verlorenen Dingen, etwas, das man im Stehen übersehen hätte.
Ein Gedicht.
Ein Licht.
Oder sogar ein Wunder.
Schlafen Sie gut. Und träumen Sie heute Nacht von einem Wunder.
Lit.: Stützinger, Sarah, Beipackzettel Engel, aus: Der Andere Advent 2025