Im Sommer bin ich schon immer gern campen gegangen, für den einen ein Graus, für mich eine Wohltat. Den Rasen wieder unter mir zu spüren, über mir die Sterne. Die klare Nachtluft. Das sind die Annehmlichkeiten, auf der anderen Seite muss man auch im Dunklen mit der Taschenlampe aus dem Zelt, dabei möglichst leise den verflixten Reißverschluss aufziehen und dann durchs Dunkle zum Klo tappen. Wenn dann noch die Batterie aus geht, na gute Nacht. Erich Fried findet sogar, dass Taschenlampen viel Ähnlichkeiten zum Leben haben. Er formuliert es so:
Auch ungelebtes Leben geht zu Ende
zwar vielleicht langsamer,
wie eine Batterie
in einer Taschenlampe, die keiner benutzt.
Aber das hilft nicht viel:
Wenn man (sagen wir einmal)
diese Taschenlampe
nach so- und sovielen Jahren
anknipsen will
kommt kein Atemzug Licht mehr heraus.
Und wenn du sie aufmachst, findest du nur deine Knochen
und falls du Pech hast
auch diese schon ganz zerfressen.
Da hättest du
genau so
gut leuchten können.
Auf dass Sie Ihre Batterien finden und gut nutzen können, in Taschenlampen und im Leben. Wo auch immer Sie sind, Gottes Segen ist für Sie!
Aus: Fried, Erich: „Kleines Beispiel“. Aus: Ders.: Gedichte, München 1995, S. 88.