Wassertropfen fallen auf eine ruhige Oberfläche und erzeugen konzentrische Wellen. Die monochrome Darstellung verstärkt den Eindruck von Ruhe und Melancholie im Bild.
17.03
2026
21:58
Uhr

Wo die Pfützen ins Meer fließen

Ein Beitrag von Merle Remler

Draußen rinnt der Regen über die grauen Dächer, und der März zieht eine Schnute, als hätte er schlechte Laune.
Die Tropfen hüpfen in die Pfützen, machen Blasen, als wollten sie sagen: So ist das Leben – rund und laut und manchmal geplatzt, bevor man’s merkt.
Alles fließt in die Rinnsteine, gluckert in die Gullis hinein. Aber wohin?
Vielleicht ins Meer. So stell ich’s mir vor – und schicke meine Gedanken mit auf die Reise.
Sollen sie sich dort austoben, bis sie müde sind.

Dann atme ich tief ein und spüre: Die Enge von heute löst sich, wie abgestreifte Schuhe, die nach einem langen Marsch drücken.
Die Stadt glänzt im nassen Licht, leiser wird es, fast friedlich.
Irgendetwas Größeres ordnet mein Durcheinander, trägt das Müde, heilt ein bisschen das Harte.
Und irgendwo dazwischen gluckert’s – vielleicht das Meer, vielleicht das Leben selbst –, das sich nicht unterkriegen lässt.

Und so lege ich diesen Abend in Gottes Hände und vertraue darauf, dass er mir dort, wo meine Wege unklar bleiben, ein fröhliches Gesicht schenkt.