Eine Hand hält zwei frische Pilze. Die Pilze haben braune Kappen und lange, helle Stiele. Im Hintergrund ist eine grüne Wiese, die eine natürliche Umgebung vermittelt.
12.09
2025
06:50
Uhr

Abenteuer: Suchen

Ein Beitrag von Dorotheé Offermann

Ich bin eine leidenschaftliche Pilzsucherin. Dabei kenne ich gar nicht so viele Sorten. Aber die, bei denen ich mir sicher bin, nach denen bin ich gerne auf der Suche. Und es ist jedes Mal so ein kleines Festchen, wenn ich einen finde. Meine Tochter habe ich damit angesteckt und sie sagt direkt: «Mama, ich komme mit. Ich bin doch das Adlerauge.» 

Prima. Wenigstens eine von uns beiden. Und so wandern wir durch die niederlausitzer Wälder auf der Suche nach Pilzen. Bei anderen Sachen ist mein Kind allerdings gar nicht so Suchbegeistert. Stift verloren, Uhr verlegt, Schal in der Schule verschütt gegangen. Und dann läuft das immer so: 

„Hast du deinen Stift gefunden?“ – „Nein.“

„Hast du denn gesucht?“ – „Ja, ich hab geguckt.“

„Nein, ich meine: HAST DU GESUCHT???“ – „Naja, irgendwie schon.“

Ich merke es hapert am Unterschied zwischen Gucken und Suchen. Ich erkläre, dass FINDEN etwas mit SUCHEN zu tun hat. Suchen kann anstrengend sein, ich muss schließlich etwas investieren, um das kleine Fest des Findens feiern zu können. Aber wenn ich immer sehe, wie ihr zierliche Kinderkörper sich entspannt und die kleine Verbummerlin erleichtert ist, als die Uhr wieder auftaucht….das ist einfach nicht zu toppen. Suchen lohnt sich! Der Bibelvers, den ich damals als Taufspruch mitbekommen habe, der erinnert mich oft genau daran. Da sagt Jesus nämlich zu seinen Freunden: «Bittet, dann wird euch auch gegeben. Sucht, dann werdet ihr auch finden. Klopft an, dann wird euch aufgetan.» Ich denke, wir alle feiern gerne das kleine Fest des Findens. Aber Suchen…. Naja. Das muss man sich meist überwinden. Geduld mitbringen. Beim Pilzesuchen, da gibt’s das kleine Fest direkt. Bei der Partnersuche allerdings, dauerts dafür gern mal länger. Das kleine Fest ist am Ende dann aber auch oft ein eher grösseres. Jesus sagt also, dass der Weg zum Fest des Findens oder des Eingelassenwerdens über das Suchen geht. Man muss erst im Außen suchen, um sich später im Inneren gelassen fühlen. Und das, ist das eigentliche Abenteuer. Der christliche Glaube ist so ein Weg. Eine abenteuerliche Reise. Aber zum Glück, lässt Gott sich gerne finden!