Eine Person mit langen, lockigen Haaren steht am Ufer eines Gewässers und blickt nach hinten. Der Wind bewegt ihr Haar, während im Hintergrund Berge und ein bewölkter Himmel sichtbar sind.
10.09
2025
06:50
Uhr

Kirche in Bewegung

Ein Beitrag von Dorotheé Offermann

Ich wünsche mir eine Kirche, die sich bewegt. Nicht nur bei mir vor Ort im ländlichen Brandenburg. Sondern auch so ganz allgemein. Mit diesem Wunsch bin ich nicht allein. Kirche, die in Bewegung ist. Nicht statisch an ihrem zweitausend Jahre alten Verständnissen festhält, sondern gesellschaftlich mit- und weiterentwickelt. Das ist ein Wunsch, den nicht nur Menschen haben, die sich als Teil der Kirche verstehen, sondern auch viele, die von aussen auf DIE Kirche schauen. Und wenn ich so zurückblicke, sehe ich: Gott ja auch ein sehr beweglicher Gott. Er hat Menschen geschaffen, mit einem freien Willen und mit kompletter Bewegungsfreiheit. Er hat sich auf ihre Wankelmütigkeit eingelassen. Und als er merkte, dass sie emotional zu unbeweglich sind, um seine Liebe wahrzunehmen…da ist er sogar Mensch geworden. In Jesus. Und auch Jesus war kein sesshafter Mensch. Ein Wanderprediger. Einer, der sich ständig auf neue Situationen und Menschen eingelassen hat. Seine Nachfolgerinnen und Nachfolger haben dann allerdings Gemeinden gegründet. Am Anfang war man trotzdem noch viel unterwegs. Missionare. Briefe, die an Gemeinden verschickt wurden. Beweglichkeit hat dazu gehört, denn der christlicher Glaube war noch nicht etabliert. Und, wem das noch nicht reicht: Jesus hat den Heiligen Geist dagelassen. Eine Kraft die, wie keine andere, Esprit, Kreativität, Mut und Lust zur Beweglichkeit widerspiegelt. Und trotzdem hinterlässt Kirche nach all der Zeit für viele den spröden Eindruck von eingestaubten Altartüchern und muffigen Sitzkissen. Ich glaube, dass wir manchmal vergessen, dass Kirche, nicht einfach DIE Kirche oder das grösste Haus im Dorf ist. Wir vergessen, dass Kirche aus uns, aus Menschen besteht. Und sie wird immer nur so beweglich sein können, wie wir Menschen es ihr erlauben. Wenn ich also in meinem Denken, Handeln und Fühlen unbeweglich geworden bin, wenn ich finde, dass sich lieber nix in meinem Leben verändern sollte, wenn mir also Weiterentwicklung so viel Angst macht, dass ich mich lieber auf das Gleichbleibende verlasse…. Ja dann wird Kirche weiter verstauben. Wenn ich aber mal die Fenster aufmache, und Gottes Geistkraft reinlasse… dann kann sich da ganz viel bewegen. Sie können ja mal überlegen, was das bei Ihnen vor Ort bedeuten würde: Kirche, die in Bewegung ist.