Ich bekomme einen Anruf von Zuhause: «Du, unser Tiefkühlschrank ist kaputt.» Mist! Das ist ja blöd. Was mach ich jetzt mit dem ganzen Zeug im Tiefkühler??!!! Das hält sich doch keine zwei Tage mehr...
Wir sind eine vierköpfige Familie. Wir haben da so unsere Vorräte angelegt. Recht üppig! Na gut: Eis wird sofort vertilgt. Alles Fleisch auf den Grill. Aber trotzdem: Es ist zu viel. Wohin mit dem Zeug?! Drei Tage später kommt der Mensch vom Service. «Da müssen wir einen neuen Kompressor bestellen. Dauert ein paar Tage.» Dabei ist genau jetzt das leckere Eis im Angebot, das die Kinder so gerne essen. Da kaufe ich ja immer auf Vorrat. Geht aber nu nicht. Vier Tage später erscheint der Servicemensch wieder mit dem Ersatzteil. «Hoppala, da haben wir wohl das Falsche bestellt.», sagt er. Aber das habe er erst gemerkt, als er schon die Kühlflüssigkeit abgelassen habe und nun sei damit auch der Kühlschrank lahmgelegt. Die zwei Geräte gehören ja zusammen und nu sind sie beide tot. Draussen sind 35 Grad. Alle meine Vorräte waren von heute auf morgen nutzlos. Und dann ist mir natürlich gleich eingefallen, was ich als Kind schon aus der Bibel gelernt habe: Da sagt Jesus nämlich sinngemäss, dass wir uns keine Sorgen über die Zukunft machen sollen. Nicht mal über Morgen. Dass wir also gar keine Vorräte anschaffen müssen. Denn Gott sorgt für uns. Was das Essen angeht, war meine Devise aber im Leben schon immer: Da kümmer ich mich lieber selber drum. Nachher stehe ich morgen ohne meinen Lieblingskäse da. Und was, wenn die Kinder rumnerven, nur weil ich keinen Eisvorrat angelegt habe! Vorräte müssen sein!
Aber von meiner Tiefkühltruhe habe ich gelernt: Vorräte machen unfrei. Vorrat kann ganz schnell zum Unrat werden. Nur, weil ich ihn gar nicht aufbrauchen kann. Selbst der, der nur bis übermorgen frisch gehalten werden soll im Kühlschrank. Das Leben bleibt ja irgendwie doch ein Ritt auf der Rasierklinge. Ich werde meine Sorgen nicht los, nur weil ich mir Vorräte angelegt habe. Jesus macht dann aber einen Vorschlag zur Güte: Dann leg Dir doch wenigstens auch einen Vorrat für deinen Glauben an. Wenns dann im Leben hart auf hart kommt, dann hast du wenigstens genug Hoffnung und Glaubensstärke auf Lager, um schwere Zeiten zu überstehen. Gar keine schlechte Idee, finde ich. Und das verbraucht auch keinen Platz in der Tiefkühltruhe.