Haben Sie schon mal einen Blankoscheck ausgestellt? – Vermutlich werden Sie sofort denken: Ich werde mich hüten, das zu tun. Wer weiß, ob der Andere dann einen Betrag einsetzt, der mein Vermögen übersteigt …?
Ein Gesetzeslehrer kam damals zu Jesus mit einer guten und wahrscheinlich auch ehrlichen Frage: „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“ Wenn ich das Wort „ewig“ heute mal weglasse, wäre das auch meine Frage: Was muss ich tun, um zu leben? Oder anders gesagt: Was muss ich tun, damit mein Leben gut wird?
Vermutlich kennen Sie die Antwort Jesu. Er erzählt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Da wird jemand auf seiner Reise zusammengeschlagen und beraubt. Viele schauen weg und gehen schnell vorbei. Doch der Samariter hilft, verbindet seine Wunden, bringt ihn zur nächsten Herberge und kümmert sich um ihn.
Das Beste jedoch kommt am Schluss. Bei seiner Abreise gibt er dem Herbergswirt 2 Denare und sagt: „Sorge für ihn, und wenn du mehr brauchst, gebe ich es dir, wenn ich zurückkomme.“
Ein ganz schönes Risiko, das der Samariter da eingegangen ist. Was ist, wenn der Wirt bei seiner Rückkehr 20 oder sogar 100 Denare verlangen würde? Doch der Samariter gibt sein Wort, und der Erzählung nach kann man sicher sagen: er steht auch zu seinem Wort. Ehrenwort!
Beim Nachdenken fallen mir viele Menschen ein, die wie der Samariter so einen Blankoscheck ausgestellt haben. Bei Beziehungen und Freundschaften ist dies der Fall. Brautleute versprechen einander am Tag ihrer Hochzeit Liebe und Treue für ihr ganzes Leben. Auch sie wissen nicht, was die Zukunft ihnen bringen wird. Aber gerade dieses Wagnis macht ihre Liebe so wertvoll.
Was muss ich tun, damit mein Leben gut wird. Ich glaube, dass viele Menschen in ihrem Leben einen Blankoscheck ausgestellt und dann auch eingelöst haben. Und nicht selten haben sie die Erfahrung gemacht, dass ihr Leben gut geworden ist.