13.07
2026
06:50
Uhr

Entscheidungen

Ein Beitrag von Frank Städler

Jacob zog an die Furt des Jabbok. Eine Furt ist eine natürliche, flache Stelle eines Flusses. Das Wasser ist dort vielleicht nur hüfthoch; an so einer Stelle kann der Fluss überquert werden. Vor der Erfindung von Brücken, waren solche Furten Übergange für Mensch, Tier und Waren. Menschen siedelten sich an solchen Orten an.

In dieser Woche möchte ich über Übergänge nachdenken. Über die im Leben. Den Wechsel in einen neuen Beruf. Den Abschied von einem vertrauten Menschen. Den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Übergänge sind oft Zeiten, in denen wir innehalten und fragen: Wie soll es weitergehen?

Auch Jakob steht an einem solchen Übergang. Nach vielen Jahren in der Fremde kehrt er in seine Heimat zurück. Nur der Fluss Jabbok trennt ihn noch vom zu Hause und seine Angst vor seinem Bruder. Ihn hatte er einst übers Ohr gehauen. Er hatte ihn um den Erbsegen betrogen mit Hilfe seiner Mutter.

Am Abend bringt Jakob seine Familie und seinen Besitz über den Fluss. Er selbst bleibt allein zurück. In der Nacht ringt er mit einem Fremden. Es ist eine geheimnisvolle Geschichte. Erst am Ende erkennt Jakob: In diesem Kampf ist ihm Gott begegnet.

Dieses Ringen in der Nacht, vor einem Ereignis, vor einer Entscheidung, die mein Leben verändern kann, ist zum Bild geworden. Ich ringe mit mir. Nachts, wenn ich wach liege, ringe ich darum, eine gute Entscheidung zu treffen, eine, die vielleicht nicht nur mich betrifft, sondern meine ganze Familie oder auch viele Menschen, die mir anvertraut sind in anderen Zusammenhängen. Finde ich eine gute Entscheidung?

Jakob geht aus dieser Nacht nicht unversehrt hervor. Er hinkt. Aber er geht gesegnet weiter. „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn,“ sagt er zu ihm.

Ich wünsche allen, die an einem Übergang ihres Lebens um eine gute Entscheidung ringen: Möge ihre Entscheidung unter Gottes Segen stehen.

Und Jacob zog an die Furt des Jabbok, 1. Mose 32,23b