„Da zog Abraham aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.“
An den ersten Umzug in meine eigene Wohnung erinnere ich mich deutlich: Es war im Herbst 89. Ich zog vom Rand Berlins in den Bezirk Friedrichshain. Mein gesamtes Hab und Gut passte in den Wartburg meiner Eltern. Schnell war alles ausgeladen und in den dritten Stock meiner Hinterhofwohnung hinaufgeschafft. Dann umarmte ich meine Eltern und zog die Tür der Wohnung hinter mir zu. Ich war angekommen.
Wochenlang hatte ich zwischen alter und neuer Wohnung gependelt. Jetzt war das vorbei. Zuletzt hatte ich es etwas hinausgezögert, so als hielte mich noch etwas fest. Im alten zu Hause meiner Kindheit kannte ich jede Straße, jeden Weg und wusste, wer von meinen Freunden, wo wohnt.
Rückblickend verstehe ich das noch besser. Denn alles Vertraute wird durch einen Umzug verlassen. Menschen überlegen oft lange, ob sie den Schritt wagen, ob sie ihr zu Hause, ihre Heimat verlassen, denn vieles bindet dort. Selbst wenn die Umstände nicht gut sind. Wer weiß, was mich in der Fremde erwartet?
Durch viele weitere Umzüge in meinem Leben kenne ich das Gefühl gut. Am Abend, bevor es losgeht, die Kisten und Koffer sind längst gepackt, die Kinder schlafen, da laufe ich ein letztes Mal durch die Wohnung. Es hallt, weil es so leer ist, und ich denke an die Zeit, die ich hier verbracht habe. Dann frage ich mich, wie es dort sein wird?
Die Bibel erzählt vom ersten Umzug. Da zog Abraham aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte ins Land Kanaan. Es ist eine stark verdichtete Erzählung. Nicht erzählt werden die Zweifel. Nicht erzählt wird das Packen der Sachen. Nicht erzählt wird, wie sehr die Heimat fehlen könnte.
Die Bibel schaut nach vorn. Nicht auf das, was zurückbleibt, sondern auf das, was kommen kann. Auf Gottes Verheißung. Auf den Segen
Für alle die noch einmal aufbrechen, die in einer Zeit des Überganges leben, sei Segen auf ihrem Weg.
Da zog Abraham aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, 1. Mose 12,4