Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang, EG455
Jeden Morgen können wir einen Übergang erleben: aus dem Dunkel der Nacht wird ein neuer Tag.
In einer freien Zeit, im Urlaub, da hat der vor mir liegende Tag eine besondere Magie. Ich kann mir vornehmen, noch vor Sonnenaufgang aufzustehen, um den Sonnenaufgang zu beobachten, um mir dann zu überlegen, was ich mit diesem ganzen Tag anfange.
Der neue Tag steht für eine neue Chance, für einen neuen Anfang, für einen neuen Blick auf mein Leben. Der Übergang von der Dunkelheit zum Licht ist mir ein Zeichen dafür. Für die offen vor mir liegenden Zeit und für die Ruhe vor dem Tag, die mich einlädt zum Danken und Staunen. Denn jeder Morgen hat etwas Reines, Neues, Unverbrauchtes.
In einem Lied, das ich gerne singe, heißt es: Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang., Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt. Ja, denke ich, wenn wir auch manchmal in der Nacht wachliegen und wenn wir mit unseren Sorgen nur schwer fertig werden, dann gibt es immer einen neuen Tag.
Es gibt dann immer den Moment, wo die Dunkelheit nicht mehr Oberhand hat, wo das Licht gewinnt. Wenn ich – wie eine alte Überlieferung sagt- einen schwarzen Faden von einem weißen unterscheiden kann, dann ist es Tag.
Im Alltag erleben viele von uns diesen Moment auf dem Weg zur Arbeit. Vielleicht sehen wir ihn mit einem müden Lächeln oder mit einem Gedanken: na, so etwas Schönes.
Ich möchte diesen Übergang vom Dunkel zum Tag mit Staunen betrachten. Denn wie großartig ist dieses Hellwerden. Ich kann es nicht festhalten. Kein Foto kann es abbilden. Aber mein Geist kann ihn behalten und ich kann Danken dafür.
„Mein ist die Sonne, mein ist der Morgen, Glanz der zu dir aus Eden aufbricht. Dank überschwenglich, Dank Gott am Morgen! Wiedererschaffen grüßt uns sein Licht.“
Was für ein täglicher Übergang!