In der Kunst werden Engel meistens als geflügelte Wesen in Menschengestalt dargestellt. So begegnen sie uns auch im Kino oder in der Mode. Engel bevölkern aber nicht nur die Popkultur. In der katholischen Kirche gibt es für sie sogar einen eigenen Gedenktag. Heute, am 29. September, ist das Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael.
Ich gebe zu, dass ich zwar den Abba-Song „We believe in Angels“ gern höre, aber dass mir der Gedanke an Engel schnell esoterisch erscheint. Esoteriker mischen Engel-Karten und wollen damit auch noch Geld verdienen – aber Engel im Christentum kommen kostenlos; sie sind Boten Gottes.
Deutlich ist das an den Namen der Erzengel abzulesen: Alle enden auf die hebräische Silbe „El“ – das heißt auf Deutsch „Gott“. Darum bedeutet der Name Michael „Wer ist wie Gott?“ Gabriel heißt „Gott ist Kraft“ und auch der Name Raphael transportiert eine Botschaft: „Gott heilt“.
Raphael, scheint mir, ist am wenigsten bekannt von den Erzengeln. Dabei ist seine Geschichte besonders spannend. Sie steht im Alten Testament, im Buch Tobit. Darin wird erzählt, dass Raphael den jungen Tobias wie einen Freund auf einer gefährlichen, aber lebensentscheidenden Reise begleitet. Der Engel unterstützt ihn dabei, seine große Liebe, Sara, zur Frau zu nehmen. Raphael macht seinem Namen „Gott heilt“ alle Ehre. Er hilft Tobias nämlich auch, seinen erblindeten Vater Tobit zu heilen.
Raphael repräsentiert Gottes Fürsorge für den Menschen. Darum gilt er auch als Schutzpatron der Apotheker. Und weil er so ein guter Reisebegleiter war, wird er auch als Patron der Pilger, Auswanderer und Seeleute verehrt.
In einem Keltischen Gebet zum „Schutzengel“ heißt es darum:
Bewahre mein kleines Boot, bewahre es immerdar.
Sei du eine helle Flamme vor mir.
Sei du ein leitender Stern über mir.
Sei Du ein glatter Pfad unter mir.
All das wünsche ich Ihnen heute!