„Am Freitag hatte Herr Taschenbier frei.“ heißt es in dem bekannten Kinderbuch „Eine Woche voller Samstage“. Der schüchterne Protagonist Herr Taschenbier, erlebt an jedem Wochentag etwas, was sprachlich zum jeweiligen Tag passt. Am Samstag begegnet ihm dann ein kindähnliches Wesen mit blauen Wunschpunkten, das er folgerichtig als „Sams“ benennt.
In manchen Behörden heißt es angeblich „Freitag ab eins macht jeder seins“. Dennoch ist der Freitag nicht der Tag, an dem man regulär frei hat. In der biblischen Schöpfungserzählung ist es der letzte „Arbeitstag“ für Gott: Er bevölkert das am dritten Tag geschaffene Festland nun mit Tieren und dem Menschen. Erst danach, am Sabbat ruht er sich aus. Weil am Freitag mit Adam der erste Mensch geschaffen wurde, ist heute für Muslime der wichtigste Wochentag, an dem das gemeinsame Freitagsgebet stattfindet,
In der babylonischen Planetenwoche, die das Judentum für seine Schöpfungserzählung genutzt hat, ist dieser Tag der Venus gewidmet. In den romanischen Sprachen heißt er „vendredi“ im Französischen und „Viernes” im Spanischen. Im Germanischen wird auf die verwandte Frija Bezug genommen, die Göttin der Ehe und der Mutterschaft.
Christen erinnern sich an diesem Tag allerdings an den Todestag von Jesus Christus am Karfreitag. Evangelische Christen feiern dann den wichtigsten Gottesdienst im Kirchenjahr. Katholische Christen greifen ihn darüber hinaus auf, indem sie am Freitag einen Verzicht üben. Traditionell war das der Verzicht auf Fleischspeisen. Als 2013 die Debatte um einen “Veggie-Day” hochkochte, musste ich als Katholik schmunzeln: In der katholischen und orthodoxen Kirche ist der Freitag als wöchentlicher Fisch- oder Mehlspeisentag seit Jahrhunderten üblich. Der Verzicht auf Alkohol, Nikotin oder andere Genussmittel kann allerdings genauso sinnvoll sein.
Die australische Beatband Easybeats hat dem Freitag mit “Friday on my Mind” vor sechzig Jahren eine Hymne gewidmet: Der Sänger beschreibt, wie er sich am Montag schlecht fühlt, wie sich aber mit jedem folgenden Tag seine Laune bessert, wenn er an den Freitag denkt, an dem die Arbeitswoche zuende ist, er sich mit seiner Freundin treffen und in der Stadt vergnügen wird.
Ob Sie nun schon das Wochenende im Blick haben oder einen sinnvollen Verzicht üben: Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Freitag,