Ein Bild von Saturn, dem sechsten Planeten unseres Sonnensystems. Er hat auffällige Ringe aus Eis und Gestein, die ihn umgeben. Die Farben des Planeten reichen von hellem Gelb bis sanftem Blau, vor einem tiefschwarzen Hintergrund des Weltraums.
05.09
2026
06:50
Uhr

Samstag

Zu den etymologischen Wurzeln unserer Tagesbezeichnungen

Ein Beitrag von Matthias Brühe

„Shabbat shalom“ - begrüßen sich heute unsere jüdischen Mitbürger. Es ist Sabbat – Samstag: Der Gruß „shalom“ (Friede) wird mit dem Tag erweitert. In der jüdischen, christlichen und muslimischen Woche ist es der letzte Wochentag. An diesem Tag ruht Gott aus, nachdem er nach biblischer Erzählung in sechs Tagen die Welt erschaffen hatte. 

Das Judentum hatte in der Schöpfungserzählung die babylonische Woche aufgegriffen, in der die sieben Tage den damals bekannten Himmelskörpern gewidmet waren: Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter und Venus, der heutige Tag dann dem Saturn. So heißt es im Englischen „saturday“ und im Niederländischen „zaterdag“.

In zahlreichen anderen Sprachen aber wird auf den Sabbat, hebräisch „shabbat“ Bezug genommen:  

“Sábado” im Spanischen, „sobota“ im Polnischen, und über eine Lautverschiedbung ist im Französischen „samedi“ und im Deutschen „Samstag“ entstanden. 

Shabbat bedeutet übersetzt „Ruhepause“. Zwar kannten auch andere antike Gesellschaften einzelne vom König festgesetzte oder als Ausnahme gewährte Ruhetage. Für das Judentum aber war es ein göttliches Gebot und Angebot: „Du sollst den Sabbat halten“ heißt es in den zehn Geboten. Einen regelmäßigen Wochentag, der Arbeitsruhe und Gottesdienst für alle bedeutete, gab es in keiner anderen damaligen Kultur. 

Da Christus dann nach dem Kar-Samstag am ersten Tag der neuen Woche auferstanden war, feierten die Christen den Sonntag – zunächst ein gewöhnlicher Arbeitstag. Erst Kaiser Konstantin führte den „ehrwürdigen Tag der Sonne“ als allgemeinen Ruhetag ein, was dem Christentum entgegenkam. Im Judentum und in der evangelischen Freikirche der Adventisten wird allerdings nach wie vor der Samstag als Ruhetag begangen.

Jahrhundertelang war der Samstag der Abschluss der Woche. Sie begann nach christlicher, jüdischer und islamischer Zählung mit dem Sonntag. Vor 50 Jahren gab es dann eine Kalenderreform: Der Montag wurde neu als erster Tag der Woche festgelegt. So wollte man dem schon verbreiteten „Wochenende” entgegenkommen, das inzwischen für viele Berufstätige aus Samstag und Sonntag bestand: „Samstags gehört Vati mir” hieß die Kampagne, mit der der DGB seit Ende der 1950er Jahre neben dem Sonntag einen weiteren arbeitsfreien Tag durchsetzte. Offiziell ist der Samstag allerdings immer noch ein „Werktag”.

An einem Tag in der Woche aber lädt Gott den Menschen ein, zur Ruhe zu kommen. Ob Sie heute arbeiten müssen oder nicht: Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Samstag.