Guten Morgen! Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen. Ich bin jeden Tag froh, aus meinem warmen Bett steigen zu dürfen, in einem Zimmer, das allein mir gehört. Und zum Frühstück in den Kühlschrank zu schauen, der meistens gut gefüllt ist. In unsere Gemeinde kommen immer wieder Menschen von der Straße, die davon nur träumen können. Im Projekt „Essen ist fertig!“ bewirten wir Arme und Bedürftige mit einem warmen Mittagstisch. Gegen die Leere im Bauch und gegen die Einsamkeit.
Für umme, für lau, für ohne Geld also.
„Warum machst Du das?“ Eine berechtigte Frage! Aber nicht für Roza, eine unserer fleißigen Helferinnen in der Küche. Roza ist nicht mehr die jüngste und auch nicht mehr ganz gesund. „Warum machst Du das? – Haben mich meine Freunde gefragt. Bei deinen Schmerzen!“, Roza unterbricht und deutet auf ihren schlimmen Rücken: „Und dann auch noch für umme!“ Sie lacht. Ich lache auch und bin ein bisschen verunsichert. Roza hat einen wirklich schmerzenden Rücken und die OP ist schon geplant. Ob der Küchendienst was für sie ist? „Es ist schön, nette Menschen zu treffen und helfen zu können.“ Und als ob sie meine Zweifel so aus dem Gesicht wischen könnte, legt sie nach: „Keine Bange, ich passe schon auf mich auf!“
Salat putzen. Gemüseschnippeln. Die Arbeit will nicht enden. „Soll ich zuhause auf den Schmerz warten, bis er kommt? Hier kann ich mich ablenken“, verteidigt sie standhaft ihren Posten.
Ganz klar. Die Freude überwiegt den Schmerz. Das muss ich anerkennen.
Papst Franziskus hat einmal betont, dass es nichts Schlimmeres gebe, als sich unnütz zu fühlen. Denn in jedem Menschen schlummern Talente und Gaben, die gut für alle sind. Es gäbe daher niemanden, der so arm sei, dass er nichts einzubringen habe.
„Ich empfange ja auch etwas“, sagt Roza selbstbewusst. Viele würden es umgekehrt machen: Erst empfangen wollen und dann vielleicht etwas geben. „Selbst arm sein und dann auch noch für umme arbeiten, das gibt ständig Diskussionen.“ Verschmitzt fügt sie hinzu: „Und das mag ich!“
Vielleicht arbeitet Roza für umme, für lau – aber nicht für umsonst.