Im Bild ist eine Feuerstelle zu sehen, in der Holzscheite brennen. Die Flammen leuchten orange und erzeugen eine warme Atmosphäre. Der Rahmen der Feuerstelle ist metallisch und schlicht. Es ist eine Darstellung von Feuer und Wärme in einem geschlossenen Raum.
28.02
2026
06:50
Uhr

Heizen

Ein Beitrag von Olaf Trenn

So langsam nimmt sie Gestalt an, unsere Familienbegegnungsstätte,

die unser gemeinnütziger Verein aus einer Ruine wieder aufbaut.

Damit das alte Gutshaus nicht zu sehr herunterkühlt

und die Wärmepumpe viel Geld für Strom verbraucht,

verabreden wir, dass alle paar Wochen jemand von uns da ist,

der den Ofen anheizt und für die nötige Temperatur in den Speichern sorgt.

 

Wir befüllen den Ofen durch die obere Tür.

Holzspäne, Sägeabfälle und trockene Zweige zuunterst, weiter oben die Scheite.

Große Klappe schließen, kleine Klappe öffnen und das Kleinholz in Brand setzen.

Kleine Klappe anlehnen, damit ein Luftzug entsteht

und sich die Flammen erfolgreich an die großen Klötze heranmachen.

Währenddessen schaffen wir Schubkarrenweise Brennholz

aus einer der Mieten am Haus heran.

 

Sind wir zu ungeduldig und schließen die untere Klappe zu schnell,

legt sich die züngelnde Glut schon bald ermattet schlafen.

Die digitale Ofenanzeige springt dann von „Anheizen“ auf „Ofen aus“.

Gehen wir mit Ruhe an die Sache heran, fangen auch die großen Scheite Feuer,

und die Anzeige springt auf „Heizen“ – unser „Magic Moment“,

und das „Feuertier“ arbeitet und frisst fröhlich die Früchte unserer Herbstarbeit:

Eine große Esche musste nach Begutachtung gefällt werden.

Bauholz und morsche Eichenbohlen lagen in Stapeln unter Planen,

Bruchholz versteckte sich im Gebüsch. All das haben wir zurechtgesägt

und in den Mieten am Haus eingelagert.

 

Wird im Ofen regelmäßig nachgelegt,

steigt die Wassertemperatur in den Speichern auf 60 Grad.

Dann darf die Wärme in die Heizung abfließen.

Nun das Feuer gut weiter hüten! – Das Haus wirkt gleich wohnlicher,

obwohl in allen Räumen noch gebaut werden muss.

Im langen Hausflur steht noch eine Werkbank.

Manchen Räumen fehlen die Türen,

Fensterbänke müssen noch eingesetzt werden,

die Wände und Decken warten aufs Verputzen.

 

Doch die Küche ist bereits komplett und einsatzbereit,

der Essraum mit wenigen Handgriffen hergerichtet.

 

Also langen Atem und Geduld bewahren, das kleine Feuer beachten

und das große nicht scheuen. Die Wärme nicht für sich behalten,

sondern als gute Energie auf andere überfließen lassen.

So kann es gehen. Im Winter.