Ein Schild hängt an einer Tür und informiert: "Die Kirche ist geöffnet!" Die Schrift ist gut lesbar und in Schwarz auf einem weißen Hintergrund.
25.08
2025
06:50
Uhr

„Kirche von hier kommt zu dir“

Eine Woche Nachwuchs-Autor:innen

„Kirche von hier kommt zu dir“ – das ist das Motto, unter dem evangelische Kirche in Berlin und Brandenburg diesen Sommer unterwegs ist. Sie hat ein Kontaktjahr ausgerufen. Gemeinden sollen dabei besonders auf diejenigen zugehen, die der Kirche zwar verbunden sind – aber eher aus der Distanz. Was Kontakt für sie bedeutet, davon erzählen in dieser Woche junge Pfarrerinnen und Pfarrer aus Berlin und Brandenburg.

Es ist nämlich gar nicht so einfach mit dem Kontakt. Folgende Übung dazu:

Zwei Unbekannte gehen aufeinander zu. Langsam und behutsam. Und halten an, wenn sie das Gefühl haben: nah genug! Und dann – im zweiten Teil der Übung – hebt die andere die Hand, wenn sie das Gefühl hat: Es reicht! Ergebnis: Nur selten stimmen Selbst- und Fremdwahrnehmung überein. Oft rücken wir anderen mehr auf die Pelle, als denen lieb ist. Manchmal ist es umgekehrt. Da wünscht sich der andere mehr Nähe. Und ist enttäuscht, wenn sie ausbleibt.

So ist es mit der Nähe zur Kirche auch: Es gibt Stoßzeiten, da brauchen wir sie: Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Ehejubiläum, Beerdigung oder Ostern, Weihnachten. Manche zieht es an Urlaubsorten in die Kirche. Anderen reicht es, wenn sie sonntags Glockengeläut hören. Und dann gibt es Menschen, die leben mit der Gemeinde: Sie engagieren sich ehrenamtlich, besuchen Kreise und Bibelstunden. Oder die, die sich sehnlichst einen Besuch wünschen. Andere spenden, weil ihnen die Arbeit der Kirche wichtig ist – selber hingehen und Angebote nutzen tun sie nicht. Genauso wie Paare ihre Beziehungen unterschiedlich leben von „kein Schritt ohne den anderen“ bis hin zu Leben in getrennten Wohnungen, genauso wird Kirchenzugehörigkeit gelebt. Glaubensfreiheit bedeutet auch: Ich kann engagiert, distanziert oder locker verbunden Kirchenmitglied sein. Alles erlaubt – nur eines nicht: Glauben geht nicht komplett alleine. Es braucht die Gemeinschaft der Heiligen, von der im Apostolischen Glaubensbekenntnis die Rede ist. Und es geht mir jedes Mal durch und durch, wenn ich die Zeilen im Gottesdienst mitspreche: Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen… Diese Gemeinschaft verbindet durch Raum und Zeit. Sie hält Entfernung aus. Und sie ist da, wann immer Du sie brauchst.