Manche Begegnungen tun einfach gut. Zum Beispiel diese:
Wir stehen am See, schauen beide aufs Wasser. Wir trafen uns zufällig.
Ein neugieriger Blick - sie bewundert wortreich die Aussicht: Das ist aber schön hier!
verwunderte Zwischenfrage von mir: Kennen wir uns?
Eigentlich nicht, aber wir kommen doch ins Gespräch.
Ich erfahre etwas von Ihrer Katzendame und der kleinen Enkelin, dass sie hier zu Besuch ist und dass sie Milchreis mag.
Es waren nur ein paar Minuten - hab mal kurz die Zeit vergessen und gehe beschwingt meines Weges. Solche Begegnungen tun mir gut. Weil ich spüre, dass ich nicht allein bin. Da vertraut mir eine ein Stück Leben an und ich kann mich damit verbinden. Bin nicht nur bei mir. Ein ganz kleiner Moment, ein Kommentar, ein Blick – kann mich so in Kontakt bringen. Dann fühlt sich die Welt um mich herum ein bisschen vertrauter an. Ich bin in Verbindung.
Manchmal bin ich neugierig auf Menschen. Ich überlege, was sie wohl beschäftigt und worauf sie sich freuen. Manche würde ich gern ansprechen – mit ihnen in Kontakt kommen. Doch ich zögere immer wieder. Ich darf mich doch nicht einfach einmischen.
Das wäre zu neugierig – aufdringlich vielleicht. Und was soll ich überhaupt sagen? Wie wäre es, wenn ich einfach anfange? Mit einer kleinen Bemerkung. Beim Einkaufen, in der Warteschlange
So etwa: Hallo – Darf ich Sie fragen wie Sie diesen Milchreis finden. Ich hab‘ neulich überlegt, ob ich den auch mitnehme. Vielleicht wird daraus ein kleiner Austausch.
Ich geh unter Menschen – sagt man ja so. Das mach ich jetzt ganz bewusst: Eine kleine Bemerkung - ein freundlicher Blick. Es kann ganz einfach sein zu zeigen: Ich sehe dich. So denke ich mir den Kontakt mit dem Himmel auch manchmal. Zwischendurch am Tag - immer mal wieder – für einen Moment - schaut Gott freundlich zu mir rüber. Sucht das Gespräch.
Fragt kurz nach: Wie geht’s?
So ein Zeichen: Ich bin da. – Du bist nicht allein. – Schön ist das hier!
Katharina Pfuhl