Eine ganze Weile müssen wir die Dunkelheit noch aushalten, die gerade morgens schwer auszuhalten ist. Da ist es gut, dass mitten in der Dunkelheit an vielen Orten sich leuchtende Illuminationen, Girlanden um Bäume ranken, sie tauchen die Natur in malerisches Licht. Nicht schreiend hell, sondern kunstvoll installiert – so werden Gärten in der dunklen Jahreszeit zu zauberhaften Lichterorten. Auch nach Weihnachten. Je nach Wetterlage und Tageszeit ein besonderes Highlight. Für mich laden solche Besuche in Lichter-Gärten in der kalten Jahreszeit ein, die Perspektive zu ändern.
Meine Augen werden gelenkt, nehmen neu wahr, erkennen anderes als sonst.
Ich sehe winterliche Formen in buntem Glanz. Und gleichzeitig schimmern in diesen Lichtmomenten die filigranen Formen der Pflanzen, ihre Blätter, Baumrinde, Grün-Töne und Farben, neu gehighlightet durch die Illumination. Ein echter Hingucker.
Solche Lichtmomente kenne ich. Nicht nur aus beleuchteten Gärten, nicht nur von der zurückgehenden Weihnachts- oder Straßenbeleuchtung. Lichtmomente mit Aha-Effekt sind für mich zum Beispiel hier zu finden: beim Kartenspiel mit Freunden, beim Basteln kleiner Geschenke zu Geburtstagen oder anderen Anlässen. Lichtmomente ziehen sich durch alltägliche Erfahrungen. Oft entdecke ich sie erst im Nachhinein. Sie wirken nach. Während die Weihnachtsbeleuchtung langsam rarer wird, obwohl die Weihnachtszeit im Kirchenjahr eigentlich noch bis Anfang Februar dauert, bleiben Lichtmomente lange im Gedächtnis. Da, wo es in unserer Erinnerung hell wird.
Die Erinnerung kann beim Spazieren durch Lichtergärten genauso kommen, wie beim Zähneputzen oder beim Blick auf einen entlaubten Baum am Straßenrand. Sie sind Lichtspuren Gottes in unserer Welt. Kleine Hinguckermomente, die das Leben reich und heller machen.