Von Weitem schon sieht man das gekreuzte Schild, rot und weiß, am Bahnübergang, beim Näherfahren senkt sich die Schranke herab neben dem X, dem Andreaskreuz wie es sich nennt, und schließt den Bahnübergang. Na, Klasse! Eben dachte ich, ich komme noch durch, jetzt doch wieder ausgebremst. Dabei bin ich doch rechtzeitig los! Aber es hilft nichts. Nur anhalten. Motor aus. Das Warnsignal endet. Ich warte auf den Zug.
Und warte. Und merke, je länger es dauert, dass ich direkt den ersten Top auf meiner Liste guter Vorsätze streichen kann: mehr Sport!
Die Disziplin war da. Am ersten Januar die Sportsachen eingepackt und los. Und jetzt hier am Andreaskreuz direkt der erste Hänger. So kann es doch nicht sein!
Geht das tatsächlich so schnell: Alles passé? Ist wohl so: Ein neues Jahr garantiert kein neues Ich. Und ehrlich gesagt, ist das auch gut so. Ich bin ich. Bleibe ich. So wie mich meine Mitmenschen kennen, so wie meine Freundinnen mich schätzen. Ich mit meiner unverwechselbaren Persönlichkeit bleibe die, die ich bin. Verlässlich. Treu. Davon lebt Freundschaft.
Das passt. Und die Welt bleibt ja auch ein Stückchen so, vor allem aber meine Mitmenschen. Sogar Gott sagt in der Bibel über sich: Ich bin, der ich bin. Für mich steckt in dieser Zusage eine große Kraft und maximale Verlässlichkeit: Ich bin, der ich bin, sagt Gott: Ich bleibe so, wie ich war. Ich bin da: zuverlässig, zeitlos, ewig. So umschreiben andere Übersetzungen diese Zusage Gottes: Ich bin da.
Die Schranke geht hoch neben dem Andreaskreuz, das in seiner X-Form auch ein altes Zeichen für Christus ist. Ein starkes Zeichen – bei allem, was sich ändert in der Welt ein Stück Verlässlichkeit und Halt wie Freunde im Leben.
In allem, was kommt, bleiben wir in Verbindung – als Menschen und mit Gott.