In diesen Wochen bereiten sich viele Jugendliche auf ein besonderes Ritual auf dem Weg des Erwachsenwerdens vor. Auf die Konfirmation. Unsere Gesetzgebung spricht den 14-jährigen Religionsmündigkeit zu. Das heißt, sie können ab diesem Alter selbst entscheiden, ob und welcher Religion sie angehören möchten, ob sie vollwertige Mitglieder der Kirche sein wollen, mit dem Recht an der Feier des Abendmahles teilzunehmen, Brot und Wein am Altar zu empfangen, kirchliche Gremien zu wählen oder selbst Pate bei einer Taufe zu werden.
Auf diese Religionsmündigkeit versuche ich meine Konfirmanden vorzubereiten. Pfingsten ist dann ihr großer Tag: die Konfirmation - ein Zeichen der Hoffnung.
Ich werde die Jugendlichen fragen, ob sie den Weg, der für die meisten als Baby mit der Taufe eingeschlagen wurde, weitergehen wollen. Ich werde ihnen feierlich einzeln den Segen Gottes zusprechen. Jeder Jugendliche sucht sich dazu vorher sein eigenes Bibelwort aus, dass dann auf einer Urkunde stehen wird.
Die Feier der Konfirmation ist ein Ritual der Kirche. Viele Verwandte werden lange vorher eingeladen. Große Feiern werden geplant. Die 14-jährigen stehen ganz im Mittelpunkt.
Als Pfarrer denke ich jedes Mal, wenn ich sie dann in Festtagskleidung vor mir stehen sehe:
Wie klein sind meine 8-Klässler vor einem halben Jahr noch gewesen! Die sollen schon so weit sein? Es passiert viel in dieser kurzen Zeit: Sie werden tatsächlich größer, erwachsener, ernsthafter. Sie wachsen – auch innerlich. Über diese Veränderung staune ich.
Was macht die Konfirmation also zu einem Ritual der Hoffnung?
Ich denke, es ist das Eingebunden werden in eine große Gemeinschaft. Fast alle Kulturen der Menschheit kennen solche Jugendrituale. Plötzlich sind die Kinder nicht mehr Kinder. Sie werden eigenständig, brechen auf.
Ich denke, wir brauchen Rituale. Kirche bietet solche Wegstationen an, wenn Leben sich ändert – nicht nur mit 14 Jahren. Rituale stärken – den Menschen und die Gemeinschaft. Rituale schaffen Erinnerung: an Momente, die mich gestärkt haben, die Hoffnung geben über mich und meinen Alltag hinaus.
Mein Konfirmationsspruch heißt übrigens: Suchet das Gute, nicht das Böse, auf dass ihr lebt. Prophet Amos, Kapitel 5. Das habe ich mir gemerkt.