Neben dem großen Speicher aus Backstein, auf dem Haus des Kornhändlers, in einer kleinen Stadt unseres Landes, steht folgendes: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte. Da das Haus direkt am Wasser steht, leuchtet der Spruch aus der Bibel allen vorbeifahrenden Booten auf dem Fluss entgegen.
Es ist ein Hoffnungswort mit unbegrenzter Haltbarkeit. Mich hat es jedes Mal froh gestimmt, wenn ich es las: Solange die Erde steht – das klingt ja nach einem Versprechen, das im menschlichen Horizont unbegrenzt gilt. Und immer, wenn ich es las, habe ich versucht, mich zu erinnern, wie der Satz weitergeht. In der Bibel so: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören … Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Wir alle leben mit diesem Wechsel.
In dieser Woche möchte ich über Hoffnung reden, die sich in dieser Zusage spiegelt: Solange die Erde steht…
Liegt denn Hoffnung in der Zusage einer beständigen Ordnung? Einer zuverlässigen Wiederkehr der Jahreszeiten? Einem verlässlichen Ablauf der Dinge?
Ich würde sagen: Ja. Ein fester Ablauf schafft Vertrauen und lässt hoffen.
Hinter dem biblischen Hoffnungs-Wort auf der Häuserwand steht die Sintflutgeschichte von Noah und der Arche. Sie endet mit dem Dankgebet Noahs und dem Versprechen Gottes an die Menschheit: solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
In mir weckt das Hoffnung:
Nach dem Winter, wenn der Frost aus dem Boden gewichen ist, fängt das Wintergetreide an, richtig zu wachsen, denn es hat vor dem Winter schon Wurzeln und Halme aus dem Boden treiben können. Jetzt im Frühjahr sehe ich, wie es aufwächst.
Alle Welt verlässt sich auf die Stetigkeit von Saat und Ernte. So ist es, seit Menschen säen und ernten.
Und auch, wenn Menschen nicht immer gut mit dem Gleichgewicht von Säen und Ernten umgehen, sondern die Erde ausbeuten, um mehr Geld zu verdienen, die Stetigkeit und Zuverlässigkeit der Schöpfung lassen mich hoffen.
Ich sehe jetzt im Frühjahr die Pracht der Pflanzen, und ich denke wie Menschen damals, ja: Die Erde ist voll deiner Güter. So steht es wie ein Staunen und Hoffen zugleich bis heute in den Psalmen der Bibel.